Ich mochte Splinter Cell ja schon immer. Ich spielte die ersten drei Teile und kaufte mir vor einiger Zeit sogar einmal, so ein Set, in dem die ersten vier Teile enthalten waren. Von der Spielmechanik her waren, zumindest die ersten drei, ja recht gleich. Rumschleichen, ab und zu mal schießen, usw. Teil 4, Double Agent, hab ich leider nie gespielt — weiß auf Anhieb jetzt nicht genau warum, wahrscheinlich keine Zeit gehabt.
Vor einiger Zeit kam jetzt der fünfte Teil, Splinter Cell Conviction, raus. Zuerst las ich den Test in der Gamestar, die das Spiel als “Fantastisch in Szene gesetzten Agententhriller” mit 90 Spielspaß-Punkten versieht
Abgeschreckt hat mich von vornherein die Problematik mit dem Ubilauncher und dem damit verbundenen Onlinezwang. Ebenfalls erwähnte Gamestar, dass die Solokampagne wohl recht kurz ist (wobei man ja von Splinter Cell auch nichts langes gewohnt ist). Das waren die Gründe, weshalb ich auf keinen Fall einen Vollpreis-Kauf in Erwägung zog. Glücklicherweise gab es das Spiel nach wenigen Wochen bei meinem Lieblingsbezugspunkt für Spiele — zavvi.com — für etwa 20€. Für diese Investition war ich bereit.
Auf die Handlung will ich nicht näher eingehen, dafür gibt’s genug Seiten, die das besser Erklären. Kurz: Sam ist eigentlich nicht mehr im Third Echolon-Dienst, muss dann aber, um seine Tochter zu retten doch noch nochmal die Pistole in die Hand nehmen und für Ordnung sorgen.
Was mir beim Spielen so aufgefallen ist
Ersteinmal muss ich positiv erwähnen, dass es auf maximalen Details auf meinem Rechner flüssig läuft, trotz der etwas älteren Grafikkarte. Sieht auch ganz gut aus, aber mittlerweile sieht ja jedes Spiel eigentlich gut aus.

Context-sensitive Aktionstaste.
Was einem zuerst auffällt ist natürlich die neue Steuerung. Sam steuert man natürlich weiterhin mit Maus und WASD, aber fast alle anderen möglichen Aktionen sind jetzt context-sensitiv und liegen auf der Leertaste. Wenn man halt neben irgendeine Kiste geht, kann man draufspringen, geht man an ein Rohr, kann man hochklettern, usw. — das funktioniert zwar, bis auf ein paar Ungenauigkeiten ganz gut, trotzdem fühle ich mich dadurch aber irgendwie zu sehr eingeschränkt. Wirkt irgendwie ein bisschen in Richtung Casual Gamer.
Die Speicherpunkte sind leider auch nicht frei wählbar, aber dafür wenigstens meistens an recht guten Stellen positioniert. Manchmal hab ich aber auch frustiert aufgehört, weil ich zum 5. Mal irgendwo gestorben bin und dann ewig viel nochmal machen musste. Dafür werden die Savegames auf die Ubisoft-Server gesynct, was ich, an und für sich, eine gute Sache finde.

Weapon Stash - Gut zu erkennen, das ich nur die Five-Seven voll upgegradet hab.
An sein Equipment kommt man im Spiel über verteilte Weapon Stashes. Da kann man die Waffen auch mit Upgrades versehen, die man mit Punkten bezahlt, die man für das Abschließen von Archievments erhält. Vom Konzept her okay, allerdings sind die Upgrademöglichkeiten nicht sehr vielfältig und im Grunde benötigt man für das gesamte Spiel auch nicht mehr als zwei Waffen. Die primäre Handfeuerwaffe hat interessanter Weise immer unbegrenzt viel Munition — das führt letzendlich dazu das man 80% des Spiels damit rumläuft.
Was cool war, ist die Möglichkeit sich außen an Fenstern rumzuhangeln. Die Gegner sehen einen dann nämlich nur selten und wenn doch, dann rennen sie meistens direkt zum Fenster und man kann sie schnell rauszerren. Auch sonst gibt es am ganzen Spielgeschehen nicht viel auszusetzen, es ist einfach anders als die bisherigen Teile. Leider führt das dazu, das es bei mir keine richtige Atmosphäre aufbauen konnte. Die ganze Stimmung ist auch recht düster und es fehlen die witzigen Dialoge aus den vorherigen Teilen.
Auf der Ubisoft-Seite werden aus den Spieldaten umfangreiche Statistiken erstellt, eine Sache, die ich ja bei Steam schon gut finde. Zum Beispiel kann man daran erkennen das ich doch ganze 13 Stunden gebraucht habe um es durchzuspielen. Ebenfalls zeigt mir diese Statisktik für jedes Level etwa 5-10 “Nicht erreichte Ziele” an — das müssen wohl irgendwelche geheimen Nebenmissionen sein, von denen ich nichts mitbekommen habe. Leider fehlt mir im Moment, auch durch die mangelnde Atmosphäre, die Lust es jetzt nocheinmal zu spielen, um auch die letzten Ziele zu erreichen.

Allgemeine Statistiken
Insgesamt muss ich sagen, dass das Spiel zu großen Teilen nur aus Rumgeschieße bestand und weniger aus Schleichen — eventuell lag es auch daran, das ich nur auf dem mittleren Schwierigkeitsgrad spielte und man beim höchsten mehr aufpassen muss. Allerdings gibt es auch eine Reihe von Missionen, wo man garnicht groß schleichen kann sondern praktisch gezwungen ist rumzuballern.
Fazit
Joa. Um es auf den Punkt zu bringen. Conviction ist anders. Es macht Spaß, spielt sich ziemlich flüssig, hat ein paar coole neue Features, unterhält einige Zeit, kann aber atmosphärisch und auch vom Spielspaß nur bedingt mit den alten Teilen (1-3) mithalten. Meine Meinung. Hätte ich es für den Vollpreis erworben, hätte ich mich sicher geärgert, 20 Euro waren allerdings okay.
PS: Den Multiplayer-Teil hab ich nich ausprobiert, der soll aber recht spaßig sein.




