Verblendung. Lang, spannend, gut. Und Daniel Craig trägt die Brille komisch.

Ich muss dazu sagen, dass ich weder die Bücher kenne, noch die schwedischen Verfilmungen. Von diesem Standpunkt aus fand ich den Film sehr gut. Er war durchgehend recht spannend, aber irgendwie ahnte ich schon am Anfang wer der Mörder ist und wurde am Ende bestätigt. Aber das tat der Spannung keinen Abbruch.

Bei der Frau schwankte ich konstant zwischen “Was soll das ganze Blech im Gesicht und die blöden Tattoos?” und “Okay, sie ist ja doch ein bisschen hübsch”. Insgesamt überwog aber doch das Erstere.

Jedenfalls hab ich nun Lust die Bücher zu lesen und die schwedischen Filme zu schauen. Reihenfolge muss noch geklärt werden.

starstarstarstarhalfstar

·

Black Gold. Ein ewig lang wirkender Film mit falschen Arabern und vielen Klischees.

Ein Zitat aus diesem IMDB-Review spricht mir aus der Seele:

“It is almost impossible to watch Banderas play Bedouin Sheik Nassib without constantly being reminded that he is, in fact, Antonio Banderas.”

Abgesehen davon ist der Antonio bei mir mittlerweile so zum Kater aus Shrek geworden, dass es schwer ist ihn in einer anderen Rolle zu sehen. Sollte eventuell mal wieder Once Upon a Time in Mexico schauen, oder so.

Nun gut, aber davon mal abgesehen war der Film zwar ganz unterhaltsam, im ersten Teil dann aber doch sehr langatmig und zeitweilig durch die großen Zeitsprünge zum Anfang recht verwirrend. Zudem sahen die Söhne der Sultane irgendwie auch alle gleich weichgespült aus, hatten mal Brille auf, mal nicht und ich brauchte einige Zeit bis ich sie auseinanderhalten konnte. (Dabei half auch die Tatsache, dass die meisten dann starben)

Der Hauptcharakter, gespielt von Tahar Rahim, spielte allerdings gut und ich fand ihn recht sympathisch. Ganz lustig war Riz Ahmed, der irgendwie so eine Sidekick-Rolle hatte um immermal einen Witz zu reißen. Allgemein fand ich es immer etwas befremdlich, wenn in diesem Film, der einerseits so ernst und moralträchtig (sagt man das so?) schien, dann teilweise total lustige Sätze waren. Klar, ich lachte, und irgendwie wäre es ohne die Szenen auch weniger unterhaltsam gewesen, aber irgendwie fühlte es sich immer etwas falsch an. Keine Ahnung.

Der Zweite Teil des Filmes nahm dann auch etwas an Fahrt auf. Es gab mehr Action, Blut, Mord und Totschlag. Das Ende ist dann wiederum ziemlich abrupt und nicht sonderlich aufschlussreich.

Insgesamt fand ich das Setting hübsch, die Klamotten und all das drumherum. Aber bei irgendwie 55 Millionen Dollar an Produktionskosten, sollte man sowas wohl auch hinbekommen. Und die ganze Zeit dieser gewollt Klischee-mäßige “Alt vs. Neu”, “Geld ist super vs. Geld ist kacke”, “West vs. Ost”, “Offen für Neues vs. Verschlossen”-Background, der oft genug zum Vorschein kam hat irgendwie auch etwas genervt. Außerdem hätten 30 Minuten weniger dem Film auch nicht geschadet, schätze ich.

Aber trotzdem eine Sneak Preview, die ich nicht bereue. Und was bleibt ist immerhin das Interesse, sich mal ein paar Wikipedia-Seiten zum Beginn der Ölförderungs-Zeit in Arabien durchzulesen.

starstarstarblankstarblankstar

·

Muppets. Ein grandioser, teilweise selbstironischer, Film mit vielen superwitzigen Kleinigkeiten. Und mit Gesang. Super!

Das einzige was ich vielleicht noch sagen würde: Schaut ihn euch im Originalton an. Supergut fand ich auch die ganzen Cameo-Auftritte. Unter anderem mit Barney und dem kleinen dicken Jungen aus Modern Family.

starstarstarstarstar

·

Offroad. Nora Tschirner in einer langatmigen, aber teilweise ganz lustigen 08/15-Selbstfindungs-Komödie.

Ich schaute den Film, ich gebe zu, hauptsächlich wegen Nora Tschirner. Aber selbst, wenn ich dem Film aufgrund ihrer Anwesenheit 10 Bonuspunkte geben würde, würde es ihm auch nicht groß aus dem Loch heraushelfen. Irgendwie wirkt alles so abgeschrieben und nach Schema F abgearbeitet. Kreative Abweichungen vom Standardkonzept sind dann meist in kurzen, unklaren Szenen eingeworfen.

Fast alle guten Szenen, die der Film zu bieten hatte, waren bereits im Trailer verbaut. Außer denen gab es nur noch 2-3 weitere Szenen, an die ich mich erinnere. Die drei “bösen Jungs” sind an sich zwar ganz lustige Gestalten und sorgen auch für die ein oder andere amüsante Szene, können den Film dann aber auch nicht retten, da sie Klischeemäßig auch einfach zu dumm sind.

Trotz schnellen Schnitten, die wohl ein gewisses Tempogefühl aufkommen lassen sollen erscheint mir der ganze Film irgendwie langsam. Ich weiß auch nicht. Habe mich mehrfach gefragt, ob es nicht langsam Zeit wird, dass der Film besser wird. Ich glaube, der zweite Teil war dann auch etwas besser als der Anfang. Aber nur marginal.

Ich hoffe, dass Frau Tschirner vielleicht irgendwann mal wieder einen guten Film macht. Solang kann ich Offroad nur bedingt empfehlen. Also man kann ihn anschauen, aber besonders gut oder neu oder kreativ ist er nicht.

starstarblankstarblankstarblankstar

·

Rubbeldiekatz. Ganz lustiger Film mit ein paar wenigen Längen. Highlight: Max Giermann als Hitler.

starstarstarhalfstarblankstar

·

In Time. Unterhaltsamer Film mit durchaus interessanter Grundidee, aber letzendlich einer Story mit zu vielen Logikproblemen und offenen Fragen. Cillian Murphy ♥

starstarhalfstarblankstarblankstar

Mehr Kommentar (Spoiler-Belastet)

Im Film geht’s quasi darum, dass Geld als Währung durch Zeit ersetzt wurde und jeder nur ein begrenztes Kontingent hat. Ist das aufgebraucht ist Schluss mit lustig. An und für sich nettes Konzept, was es aber sicher auch schonmal gab. Am Anfang ist der Film noch recht individuell, mit dem Typen, der dem Haupthelden Will 116 Jahre Zeit schenkt und seinem Leben damit ein Ende setzt.

Spätestens ab der Mitte des Filmes wird es dann aber etwas generischer. Er trifft die Frau, sie mag ihn erst nicht, dann doch, dann rauben sie zusammen ein paar Banken aus und am Ende sind sie zusammen. Auf die genaueren Hintergründe, wie das nun läuft mit der Zeit-”Währung”, was es genau mit den Zeitzonen auf sich hat und was nun eigentlich mit Wills Vater ist, wird nicht so richtig eingegangen.

Insgesamt läuft auch alles zu einfach. Keine wirklichen Story-Twists. Einfach mal ne Bank ausrauben? Kein Problem, einfach mit nem Transporter durch den Vordereingang breschen. Im Zeit-Duell mit einem Minute-Man? Kein Problem, einfach den alten Trick 08/15-Trick von Papa anwenden.

Musikalisch gesehen kann ich nichts dazu sagen. Irgendwie plätscherte die Musik meistens im Hintergrund umher, ohne große Highlights zu bringen. Nur kurz vorm Ende drehte es dann nochmal kurz auf, aber nicht der Rede wert.

Nun gut, aber ich will nicht soviel meckern, der Film hat mich unterhalten und es war nicht langweilig. Justin Timberlake war, soweit ich das beurteilen kann gut. 13 ist zu früh gestorben, dafür war Amanda Seyfried ein guter Ersatz. Cillian Murphy finde ich sowieso klasse.

Noch ein Schenkelklopfer zum Ende: In Time ist die investierte Zeit durchaus wert!

·