Über was bloggt man so im Jahr 2017? Außer Hello Fresh?

Als ich hier anfing, schrieb ich einfach über jeden Schultag, und sonst alles, was mir so einfiel. Damals war alles so einfach, weil man keinen Anspruch an sich selbst hatte und keinen Sinn für Privatsphäre. Die vier Leute, die den Blog gelesen haben, waren eh enge Freunde.

Mittlerweile habe ich zwar immer noch nicht viel mehr Blog-Leser, aber trotzdem fühlt sich alles anders an. Einerseits hätte ich diesen Blog hier weiterhin gerne als digitales Tagebuch und will ihn gerne mit Posts füllen, die mir in 5, 10, oder 25 Jahren beim Lesen wieder ein Lächeln auf das Gesicht zaubern, so wie das einige meiner alten Posts jetzt tun. Andererseits gibt es mehrere Punkte, die bei vielen Posts dagegen sprechen, sie hier zu veröffentlichen, auch wenn sie vielleicht witzig geworden wären:

  • Ich hab eine Meinung zu XYZ, die sich aber in drei Wörtern zusammenfassen lässt. Es fühlt sich “falsch” an dafür einen Blogpost anzufangen. Am Ende landet es dann bei Twitter, wo es gleichzeitig aber auch für immer verloren ist, weil ich nicht wirklich durch meine Twitter-Archive blättere.
  • Ich hab mir neue Sneaker gekauft — Muss ich der Welt mitteilen, dass ich mir 100€-Turnschuhe kaufen kann? Nein. Früher hätte ich es wohl einfach gemacht.
  • Ich habe drei Löcher in der Wohnung gebohrt und ein Regal aufgehangen. Will ich der Weltöffentlichkeit zeigen, wie es in meiner Wohnung aussieht? Nein.

Natürlich könnte man jetzt sagen, dass ich alles das, was ich einfach nur dokumentieren will auch einfach in Day One schreiben könnte (was ich zum Teil auch mache) aber, auch wenn ich immer sage, dass ich diesen Blog hier hauptsächlich “für mich” schreibe, ist es doch so, dass die Posts natürlich dafür da sind, dass andere sie lesen, hier und da vielleicht etwas witzig finden und unten das Herzchen drücken oder sogar kommentieren.

Umso mehr Feedback, umso mehr Spaß macht es zu schreiben. Das lässt sich nicht von der Hand weisen. Leider fällt es mir in letzter Zeit einfach immer schwerer zu entscheiden, was ich in den Blog packe — ob es “gehaltvoll” genug ist oder was ich von mir überhaupt ins Internet stellen will (das Internet vergisst nichts!!). Weniger Content führt zu weniger Feedback, damit weniger Spaß, naja, ihr kennt das. Irgendwann ist der Blog dann zu.

Irgendwie bin ich ja auch nicht der Einzige dem es so geht, viele andere Blogs sind ja auch nur noch Foto- und Videosammlungen (außer Melly, die schreibt in letzter Zeit echt viel). So ist es wohl, wenn man alt und vernünftig wird. Vielleicht muss man aber auch einfach akzeptieren, dass man sich mit der Zeit ändert und der Blog genauso.

Was bedeutet das nun für den Blog, euch, mich und die Welt? Ihr könnt euch jedenfalls auf den nächsten Hello Fresh-Post freuen, und ich werde mir weiterhin Mühe geben vielleicht auch mal wieder etwas zu verfassen, das dem Blog wieder seine alte Persönlichkeit zurück gibt — mein letztes Brainstorming ergab immerhin einige Themen, zu denen ich mal etwas schreiben könnte, die nicht aus den oben genannten Themen herausfallen. Schauen wir mal!