Zuerst hatte ich gar kein Ticket für dieses Konzert, dann sah ich, beim Durchzappen, aber irgendeinen Clip mit Schandmaul und Bernd dem Brot… und naja. Der Frontmann hat einmal den Mund aufgemacht und ich wusste, dass ich mir sofort ein Ticket kaufen muss, um die Band mal wieder live zu sehen. Glücklicherweise gab es direkt noch ein Ticket im Stadtpark.

Zu meiner Verwunderung konnte ich mich noch problemlos in die zweite Reihe stellen, obwohl ich erst ziemlich spät ankam. Ich gehe davon aus, dass viele Fans dieser Musikrichtung gerade in Wacken waren, oder so. Sonst war’s bei Schandmaul ja immer recht voll.

Die Vorband waren “Krayenzeit”, sie fingen etwa 30 Minuten zu spät an. Der Sänger musste auch leider von seinen Kollegen auf die Bühne getragen werden und meinte, er hätte hinter der Bühne gerade einen Hexenschuss… bekommen (was ist das richtige Verb dafür?) — jedenfalls waren sie so mittelmäßig. Ich weiß, es ist irgendwie dumm, sich, als Fan einer Mittelalterband darüber aufzuregen, wieviele Mittelalterbands es gibt, aber naja. Textlich und musikalisch jedenfalls nichts neues, und Krähen im Bandnamen sind ja auch sehr kreativ!

Wie auch immer, nach kurzer Umbaupause betraten endlich Schandmaul die Bühne, und es folgte ein sehr schönes Konzert. Noch nie war ich so nah dran. Ich freute mich schon, dass ich am Ende eventuell die Chance haben werde, wieder einen Drumstick zu fangen. Damals, 2006, auf dem Feuertanz, fing ich ja schonmal einen, der wurde mir dann aber relativ schnell von einer wilden Fan-Meute entrissen. Diesmal dachte ich, dass es vielleicht klappen könnte. Es war ja auch nicht so voll und ich hätte sicherlich schnell flüchten können!

Nach der Hälfte des Konzertes begab sich dann allerdings ein wild tanzendes Pärchen direkt vor mich und störte nicht nur mich, sondern auch alle anderen Konzertteilnehmer im Umkreis von 15-20 Metern durch wildes Arme und Beine schwingen. Entweder entsprach das (insgesamt ziemlich alte) Publikum um mich herum genau meinem Spießigkeitslevel oder die beiden waren wirklich schlimm. Nach drei oder vier Liedern vergaß ich meine Stick-Pläne jedenfalls, holte mir eine Wurst und begab mich etwas weiter nach hinten, wo keine Verrückten tanzten und ich den Rest des Konzertes genießen konnte. Als dann die Sticks flogen, fiel mir mein grandioser Plan wieder ein und ich war kurz traurig.

(Zum Glück habe ich nun kein Stück Holz zuhause rumliegen)

(Einziger Kritikpunkt: Es gab weder ein langes Bass-Solo noch ausfallendere Gitarrenparts. Normalerweise ist an der Front immer mehr los. Hatten sie etwa keine Lust gestern??)