Canon EOS R

Hier nun endlich mein ausführliches Werk zum Thema EOS R. Weil ich in der Vergangenheit mehrfach darüber schrieb, sind einige von euch ja sicher sehr gespannt, was ich von der neu angekündigten Mirrorless Full Frame-Kamera von Canon halte!

Eins vorab: ich hab sie natürlich nicht gekauft!

Meine Vorstellungen

Aktuell habe ich ja die M50. Die ist auch weiterhin echt süß, nervt mich aber in ein paar Belangen schon sehr:

Mein Kopf hatte sich die ganze Zeit gedacht, egal, ist ja nur eine Übergangskamera bis die Vollformat kommt. Die sah für mich nun so aus:

Die Realität

Was ich nicht bedacht habe, ist anscheinend die Physik. Vollformat braucht einfach mehr Platz, größere Linsen, damit ein größeres Objektivgewinde, etc, etc.

Die EOS R ist etwa 300g schwerer als die M50, das ist fast doppelt so viel. Das sie ein bisschen größer ist, finde ich nicht schlimm, zwecks Grip und mehr Reglern. Punkt 1 meiner Wünsche-Liste kann ich also, sagen wir mal, zu 75% abhaken.

Sie hat mehr Rädchen, sogar eine komische Touchbar, und wahrscheinlich kann man der Auto-ISO-Option auch sagen, dass sie ein bisschen besser arbeiten soll. Top!

Man kann es Canon natürlich nicht verübeln, dass sie nach 30 Jahren mal ein neues Objektiv-Mount rausbringen wollen. Die RF-Objektive sehen auch alle gut aus, aber auch hier war ich mal wieder überrascht wie viel Glas man offensichtlich braucht um einen Vollformat-Sensor zu bedienen. Die Dinnger sehen riesig aus.

Dazu kommt, dass EF-Objektive natürlich mit Adapter funktionieren, aber an der M50 merke ich, wie nervig das ist. Vielleicht wirkt das an der R nicht so dumm, weil sie halt eh etwas größer ist. Trotzdem blöd, aber man will ja auch nicht alles neu kaufen.

Dazu kommt der Preis, der mit 2.499€ jenseits meiner Grenze liegt. Ich hatte echt nicht damit gerechnet, dass sich Canon traut über den Preis der A7iii zu gehen, aber so ist es nun geworden. Auch verständlich, es ist ja wohl teilweise eine 5Dm4 „ohne Spiegel“, und halt keine 6D. Ich wäre wohl eher die Zielgruppe für letzteres.

Kaufentscheidung

Viel wichtiger als alle Features ist nun allerdings meine Realisierung, dass ich gar keine neue Kamera brauche, haha, wer hätte das geahnt. Warum kaufte ich die M50?

Weil ich eine kleine, leichte Kamera mit guten Video-Features wollte.

Die Tatsache, dass sie einen Cropsensor hat, der mich nervt und den Wunsch nach Vollformat geweckt hat, ist natürlich Quatsch, denn ich habe schon eine große und schwere aber sehr gute Vollformat-Kamera, nämlich die 6D.

Die letzten Wochen zeigten mir auf jeden Fall, dass die nach 4 Jahren noch lange nicht ausgetauscht werden muss. Funktioniert wie am ersten Tag und führt für mich in den allermeisten Fällen zu dem Foto, das ich erreichen wollte.

Jedes Mal, wenn ich die M50 benutze, mit der ich durchaus auch Spaß habe, beschleicht mich noch ein Gefühl, dass da irgendwas noch nicht ausgereift genug ist. Oder nicht snappy genug. Oder zu Spielzeug-mäßig. Das Gefühl, das ich bisher mit jeder spiegellosen hatte. Und es ist mir aktuell keine zweieinhalb Steine wert, auszuprobieren ob es bei der R genauso sein wird, oder nicht.

Die 6D ist einfach wie ein geiler Vorschlaghammer, den man gerne benutzt, die M50 dagegen ist ein kleines Gummihämmerchen. Kann man ab und zu auch gebrauchen, aber ist einfach nicht the real deal.

Meine Grundeinstellung „ich probier mal die kleine Mirrorless und kaufe die Vollformat, wenn sie kommt“ war einfach Käse, denn ich habe nicht beachtet, dass die Vollformat nicht mehr klein sein wird und damit nicht den Need nach einer kleinen Zweitkamera deckt. Ich werde also auf ewig verdammt dazu sein mit einer Cropkamera zu leben, wenn ich etwas Kleines will!

Wie furchtbar ist das denn bitte.

Das war eine weitere Episode aus „Philipps absolut dämliche First-World-Probleme“, schaltet auch beim nächsten Mal wieder ein, wenn ich überlege, wofür ich Geld aus dem Fenster werfe, statt die Welt zu retten.

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