Mac-App Entwicklung, Stand 2019

Vorgestern kam ich auf die Idee, eine kleine App, später mehr dazu, zu bauen, mit der ich meine Zwischenablage besser managen kann. Da ich mir schon dachte, dass man dafür bestimmt Low-Level-Systemkram machen muss und naja, ich hab echt keine Lust auf Electron oder so, entschied ich mich dafür Xcode zu starten und es als native Mac-App zu bauen.

Boah, war das demotivierend.

Also zum einen ist es ewig her, dass ich Xcode das letzte Mal benutzt habe und Objective C kommt mir wieder vor, als hätte ich es nie geschrieben, dabei habe ich mal zwei Jahre lang quasi Vollzeit iOS-Apps gebaut! Kurios, wie schnell man sowas vergisst.

Andererseits habe ich in den letzten Jahren auch vier Versionen Swift verpasst. Ganz im Gegenteil zum Rest des Internets, denn immer wenn man etwas googelt findet man Stack Overflow-Antworten, mit diversen Updates und vier Codeblöcken in allen Swift-Varianten.

So als Außenstehender kommt mir das echt ganz schön bekloppt vor, wie man innerhalb von ein paar Jahren die Sprache so dermaßen umwerfen kann. Ich dachte ja von Anfang an, dass ich mir erstmal Zeit lassen sollte, bevor ich mich in Swift einarbeite. Im Nachhinein war das anscheinend die richtige Entscheidung. Wahrscheinlich werde ich es jetzt nie tun, denn einerseits mache ich gerade mehr JavaScript und andererseits ist Swift mittlerweile so eine verschwurbelte fette Sprache geworden, dass ich wahrscheinlich mindestens 2-3 Tage bräuchte um da rein zu kommen! Da hat man ja keine Lust drauf.


Weil mich Swift zunächst abschreckte, entschied ich mich also zuerst, die App in Objective C zu bauen. Nachdem man ein paar eckige Klammern getippt hat, ist man da ja schnell wieder im richtigen Kosmos. Leider fand ich hier zu meinen Fragen auf Google oft nur Antworten von 2007 und älter, die unter modernen Mac OS-Versionen nicht funktionierten. Danke, Steve Jobs.

Nachdem ich nach 10-minütiger Recherche keine Möglichkeit fand, zuverlässig globale Shortcuts zu definieren und mir immer nur soffes/HotKey vorgeschlagen wurde, wechselte ich also doch auf Swift.


Swift hat, wie gesagt, das Versionsproblem, und dass Optionals für mich die neuen Pointer sind, etwas was ich wahrscheinlich erst verstehen werde, wenn ich in 15 Jahren einen witzigen Comic finde, der sie erklärt.

Immerhin eignete sich Swift doch ganz gut dafür, schnell ein paar Code-Schnipsel zusammen zu kopieren und meine tolle App-Idee umzusetzen. Ob wir noch große Freunde werden, weiß ich nicht.

Vielleicht liegt’s aber auch einfach an der Mac-Entwicklung, für die sich einfach keine Sau interessiert — gefühlt wird jede Stack Overflow-Swift-Frage immer nur aus dem iOS-Blickwinkel beantwortet.


Aktuell habe ich zum Beispiel noch das Problem, dass ich die App nach jedem Build & Run frisch unter Privacy -> Accessiblity freischalten muss, damit meine Hacks funktionieren. Keine Ahnung, was das soll.

Kommentare, Feedback und andere Anmerkungen? Schreib mir auf Mastodon oder eine E-Mail 🤓