Eigentlich wollte ich hier eine Liste von spannenden Talks vom 35. Computerclub-Treffen anfertigen, aber alle Titel der Talks kamen mir sehr langweilig vor. Hier zwei Empfehlungen:

Fast zwei Jahre HelloFresh

Seit fast zwei Jahren beziehen wir nun einen Großteil der Woche unser Essen über HelloFresh. Insgesamt sind das 64 Boxen und 192 Gerichte. Wie viele davon jetzt einmalig waren, weiß ich auf Anhieb nicht, da müsste ich die Rezeptkarten zählen. Ich denke, so ein Drittel.

An und für sich hätte ich vorher schon von mir behauptet, dass ich okay kochen kann. Also, ich habe schon oft gekocht und nicht nur Dinge aufgewärmt. Dennoch hat mir HelloFresh diverse Zutaten und Rezepte näher gebracht, bei denen ich früher nie auf die Idee gekommen wäre, sie zu kochen oder zu essen.

Hier nun meine Liste der großen kulinarische nErkenntnisse nach zwei Jahren HelloFresh.

Knoblauch

Wie konnte ich so lange auf dich verzichten, kleines Knöllchen? Also naja. Ich wusste schon, dass es Knoblauch gibt, aber ich wusste nie, wo man ihn verwendet. Dank HelloFresh weiß ich nun, dass eine Zehe an fast jedem Rezept ist! So mehr oder weniger.

Mit der Dosierung muss ich bei eigenen Rezepten noch etwas üben und auch, dass die Finger danach stinken (ja, an Edelstahl reiben, ich weiß), nervt etwas, aber insgesamt freue ich mich sehr, Knoblauch in meinem Leben zu begrüßen.

Risotto ist gar nicht so schwer

Ich kann mich nicht erinnern, jemals ein Risotto selbstgemacht zu haben. Es erschien mir immer zu anstrengend, ich hörte immer nur, dass man ständig rühren muss und sonst alles ganz furchtbar wird.

Abgesehen davon aß ich auch nie ein Risotto in einem Restaurant. So Matschepampe-Essen gibt’s bei mir selten auswärts, weil ich schon noch gerne die Zutaten erkenne. Daher esse ich auch nur im Notfall im Restaurant eine Suppe.

Wie auch immer. Wir haben mittlerweile jedenfalls bestimmt 5-7 Risotto-Rezepte im Regal und alle sind geil und gelingen jedes Mal. Spoiler: ich rühre kaum um.

Letztens, vor mehr als einem Jahr, hatte ich auch mal ein Risotto im Restaurant. Das war wiederum gar nicht so mega geil, der Reis war mir noch einen Ticken zu hart. Da lernte ich, dass es auch da wieder verschiedene Geschmäcker gibt. Ich mag das Risotto wohl eher matschig und werde daher wohl in Zukunft beim Italiener wieder darauf verzichten.

Aber zuhause gerne immer wieder!

Fenchel

Wusstet ihr, dass man Fenchel auch Essen kann und nicht nur in Tee-Form konsumieren? Verrückt. Und er schmeckt auch noch so gut! Kaum zu glauben. Es ist eine zwar relativ seltene Zutat, dafür mochte ich es immer sehr. Ich glaube, ich hab sogar schon mal einfach so im Edeka einen Fenchel gekauft!

Halloumi

Der gute alte Quietschkäse. Lange Zeit quietschte es schon in meinem Kopf, wenn ich nur daran dachte, mit der Zeit gewöhnte ich mich aber an die Konsistenz und begreife es nun einfach als geschmacklich-audiovisuelles Gesamtkunstwerk. Ein Halloumi ist nun eigentlich immer im Haus, auch wenn der Edeka der Meinung ist, dass es sich hierbei um Saisonware (Grillkäse!!) handelt.

Kein Fleisch ist völlig OK

Bis auf ein paar Ausnahmen in Form von Gerichten mit Bacon, hatten wir noch kein einziges Rezept mit Fleisch. Einerseits, weil ich das meiste Fleisch eh nicht mag (eigentlich geht nur Hähnchen) und andererseits, weil ich es irgendwie eklig finde Fleisch zuzubereiten, also zu schnibbeln und so.

Was soll ich sagen? Vorher hätte ich nicht gedacht, dass man so viele Speisen zubereiten kann ohne jemals Fleisch zu benutzen. Krass! Ziemlich dumme Revelation, aber so ist das nunmal.

Pilze

Seit dem großen Pilz-Incident in meiner Kindheit (die gesamte Familie lag flach wegen einer Pilz-Pizza, die wohl nicht mehr so gut war) habe ich keine Pilze mehr gegessen. Das waren bestimmt fast 20 Jahre. Erst durch ein paar HelloFresh-Rezepte kam ich auf den Geschmack. Man kann dem auch nicht wirklich entgehen, denn gefühlt gibt es jede Woche mindestens ein Rezept mit Champignons oder anderen Pilzen.

Manchmal gibt es auch so Portobello-Burger oder gefüllte Pilze. Das mag ich nicht so sehr, wenn, dann müssen sie schon in dünnen Scheiben vorliegen. Insgesamt bin ich Pilzen nun aber wesentlich aufgeschlossener als zuvor.

Bulgur und Quinoa

Klar, beim Azeitona aß ich schon mal Taboulé, selber Bulgur gekauft oder verwendet hatte ich bisher noch nicht. Auch Quinoa befindet sich da in der gleichen Ecke. Beides hat nun einen festen Platz im Schrank!

Ich mag keine Oliven, immer noch nicht

Oliven sind schon immer bäh! Ieeh. Bäh. Ich mach sie trotzdem rein und esse sie auch mit, aber wenn ich ein Rezept nachkoche, dann meistens ohne sie. Bähhh.

Blumenkohl ist gar nicht so schlimm

Einmal gab es Halloumi mit geriebenem und gebratenem Blumenkohl als Lowcarb-Couscous-Ersatz. Das war ziemlich gut! In größeren Darreichungsformen finde ich Blumenkohl allerdings weiterhin nicht sehr empfehlenswert

Geil, Brokkoli

Brokkoli gegenüber hatte ich ja nie so eine Abneigung, wie sie viele vielleicht haben, trotzdem habe ich nie welchen einfach so zubereitet. Auch hier änderte sich einiges durch diverse Brokkoli-haltige Gerichte. Wow, was für ein tolles Gemüse!

(Auch gut ist der Brokkoli-Heidelbeer-Salat, den Chris mal zum Nerdlichter-Salatdonnerstag gemacht hat. Wunderlecker!)

Gnocchi sind super, aber zu viel

Gnocchi fand ich, aus mir unbekannten Gründen, immer irgendwie leicht eklig. Auch das hat sich geändert. Gnocchi sind ziemlich lecker — gleichzeitig aber auch extrem füllend. Diese Gerichte sind eigentlich die einzigen, wo oft mal etwas übrig bleibt.

Reis-Sorten

In der Zeit vor HelloFresh kaufte ich immer diesen Parboiled Spitzen-Langkorn-Reis. Noch nie einen anderen. Zwar keine Kochbeutel, schon einzelne Körner, aber trotzdem.

Nun befinden sich in meinem Schrank immer Basmati- und Jasminreis. Ende der Geschichte. Naja, und Sushi-Reis, natürlich.

Tofu find’ ich immer noch Quatsch

Nee, die Konsistenz von Tofu mag ich immer noch überhaupt nicht. Zum Glück gibt es kaum Rezepte damit. Solang man nicht versucht sich vegan zu ernähren braucht man das anscheinend nicht. Tofu: Daumen nach unten.

Hallo, Nektarinen

Letztens, also im Sommer, gab es ein ganz abstruses Picknick-Gericht, welches ich insgesamt für Quatsch hielt, aber es gab Nektarinen-Spieße und die waren sehr lecker. Ich hatte seit JAHREN keine Nektarinen mehr gegessen. Top Obst! Abgesehen vom Kern, natürlich.

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Danke für das Foto, Flosse!

Anlässlich Flo‘s 30. Geburtstag waren wir vor ein paar Wochen auf der Bowlingbahn. Ganz klassisch, wie damals auf Schul-Wandertagen, wenn der Lehrer mal wieder keine Lust auf etwas vernünftiges hatte.

Wie man sich denken konnte, waren meine Skills nach über zehn Jahren Bowling-Abstinenz etwas eingerostet. Trotzdem immer wieder ganz witzig. Kann man 2019 noch mal machen. Sogar das Essen im U.S. Fun Bowling war ganz gut!

snips.ai #2

Ihr habt den letzten Post gelesen und habt jetzt richtig Bock auf ein Projekt mit snips? In diesem Post fasse ich mal kurz zusammen, wie man damit schnell zum Erfolg kommt.

Einkaufsliste

Einrichtung

Ich würde ja gerne noch mehr schreiben, aber das wars auch schon. Wenn alles geklappt hat, könnt ihr euch nun in der Snips Console im Browser euren Voice Assistant zusammenstellen und mit ein paar der im Store vorhandenen „Apps“ ausrüsten, oder anfangen einen eigenen zu bauen.

Eigene Befehle

Dazu legt ihr einfach eine neue App an und fügt ein paar Intents hinzu. Bei einem Timer wären das z.B. „Timer starten“ und „Timer stoppen“. Für jeden Intent könnt ihr Sätze festlegen, bei denen er gestartet wird. Diese können sogar Slots enhalten, also quasi Funktionsparameter. Aus „Timer für Nudeln auf 8 Minuten“ erkennt er, wenn man es konfiguriert, automatisch, dass der Name des Timers „Nudeln“ sein soll und der Intervall „8 Minuten“. Schlau!

Jedem Intent kann man nun Actions hinzufügen. Das ist entweder ein ganzes Github-Repo, irgendwas mit Home Assistant, zur Steuerung von Lampen und Kram, oder ganz einfach: ein kleines Python-Skript, was auch direkt im Browser editiert werden kann.

Ist alles eingerichtet, kann der Assistant auf dem Raspberry Pi mit sam update-assistant aktualisiert werden. Natürlich ist das fürs Debuggen von Python-Skripten ziemlich mühselig und dumm — zum Glück kann man auch einfach die Files in /var/lib/snips/skills editieren, danach muss man allerdings einmal den snips-skill-server neustarten (systemctl snips-skill-server restart)


Insgesamt lohnt es sich sicher auch, einen genaueren Blick auf MQTT zu werfen, im Home Automation-Bereich scheint viel damit zu laufen, und wie gesagt, baut gesamte snips-Architektur darauf auf.

Ich werde jetzt jedenfalls erstmal meinen Timer zu Ende bauen und schaue danach mal, worauf ich als nächstes Lust habe. Vielleicht stellt sich auch noch heraus, dass am Ende doch nicht alles so toll funktioniert, wie bisher gedacht, wer weiß!


Achja, eins noch, die Stimme, mit der snips spricht, ist ziemlich mittelmäßig. Da alle Komponenten jedoch leicht austauschbar sind, gibt es natürlich auch schon einige Alternativen, die mir aber leider alle nicht so gut gefallen, denn sie heißen Alexa und Google Home, also, d.h. über irgendwelche APIs wird doch wieder Amazon und Google angerufen. Vielleicht nicht ganz so schlimm, wenn sie nur Sätze bekommen, die sie synthetisieren sollen, aber das möchte ich eigentlich trotzdem nicht. Es müsste doch noch eine vernünftige Text-to-Speech-Engine auf dem Markt geben, die nicht in der Cloud läuft und trotzdem annehmbar klingt?

snips.ai

Als Felix vor ein paar Wochen ankündigte, dass er sich nun mit snips beschäftigen wird, war ich schonmal sehr gespannt auf die folgenden Posts in seinem Blog. Mein großes Heimautomatisierungszusammenhack-Vorbild.

Jedenfalls ging es letztens los mit dem ersten Post und das klang alles sehr interessant. Weil man über Weihnachten ja immer etwas Zeit hat sich mal mit Quatsch zu beschäftigen, oder es sich zumindest einbildet, kaufte ich mir also auch mal einen aktuellen Raspberry Pi und ein Mikrofon-Dingsbums und probierte auch schon mal zwanzig Minuten damit rum. Und was soll ich sagen? Ich bin ziemlich begeistert!

Aber um was geht es überhaupt? Snips ist eine Software, zum Teil auch Open Source, mit der man einen Voice Assistant, also was wie Alexa oder Siri, selber bauen kann und zwar völlig ohne Cloud-Anbindung. Die gesamte Verarbeitung der Eingaben läuft lokal, coolerweise reicht dafür auch schon ein kleiner Raspberry Pi, was will man mehr.

Im Gegensatz zu anderen Open Source-Lösungen scheint snips aber von einer Firma gebaut zu werden, die sogar Designer und UX-Leute im Team haben. Sowohl die Webseite, als auch das Maker-Panel, in dem man seine Assistants zusammenklicken kann sind hübsch anzusehen und funktionieren gut. Auch sam, das NodeJS-Tool, mit dem die gesamte Einrichtung läuft ist super einfach und it just works. Von Auspacken zum ersten hey snips-Befehl vergingen bei mir keine 20 Minuten.


Bisher hatte ich ja hauptsächlich aus drei Gründen keinen Voice Assistant: Einerseits habe ich keine Lust, alles, was in der Wohnung gesprochen wird, zu Google oder Amazon zu senden, andererseits würde ich ja Apple vertrauen, aber Siri ist einfach zu schlecht. Naja, und am Ende natürlich die Frage, wozu man das überhaupt braucht. Geht ja auch alles so.

Spätestens dieses Jahr beim Plätzchenbacken, aber auch vorher schon, immer, wenn man halt mehrere Timer braucht, wünschte ich mir aber doch so ein Gerät. Oder wenn ich schnell was auf die Einkaufsliste setzen will, aber gerade keine Hand frei habe. Die Zukunft hat schon Vorteile!


Daher nun also der eigene Assistant. Ich habe mich, wie gesagt, erst ein paar Minuten damit beschäftigt und schnell eine Action gebaut, mit der ich die Stimme im Büro die Titel von Issues aus dem Ticketsystem vorlesen lassen kann, wenn jemand danach fragt. Relativ sinnlos, aber ich brauchte schnell etwas witziges, damit ich Snips vernünftig in unserem zweiwöchentlichen „Cooles Zeug“-Meeting vorstellen kann.

Über Weihnachten werde ich aber auf jeden Fall mal meine Timer-Sache zusammenbauen. Ja, man könnte nun denken, so etwas langweiliges wie einen Timer könnte man vorgefertigt im Snips-„App Store“ finden, aber der ist tatsächlich noch etwas begrenzt. Zum Glück ist es wirklich easy mit Python eigene Actions zu schreiben. Außerdem kommunizieren die ganzen Komponenten von Snips untereinander über MQTT, da kann man sich also auch einfach einklinken! So viele Möglichkeiten!

Ich halte euch auf dem Laufenden.