Roomba-Fernsteuerung in vierhundert einfachen Schritten

Wie wir wissen, bin ich ziemlich faul. Genau deshalb habe ich einen Roomba, der hier munter durch die Wohnung fährt und saugt. Normalerweise schafft er das auch selber, denn man kann ihm sagen, wann er losfahren soll, über ein extrem nerviges 2-Button-Interface, wie bei so einem uralten Wecker aus den 90er Jahren.

Ähnlich intelligent verhält er sich leider auch, wenn er mal wieder vergisst wie spät es eigentlich ist und mitten in der Nacht losfährt, oder einfach den Schedule vergisst, und so weiter. Passiert selten, aber passiert.

Zusätzlich möchte man den Roomba ja vielleicht auch mal so starten, wenn man zum Einkaufen geht. Man kann ja nie oft genug den Boden saugen, vor allem, da er eh nicht immer überall hinkommt. Lieber einmal zu viel gefahren, als einmal zu wenig.

Das Problem dabei: Er steht unter der Kommode und man müsste sich bücken und den Arm ausstrecken um auf den “Clean”-Button zu drücken. Das will natürlich keiner tun, wo sind wir denn hier.


Wie kann ich den Roomba nun also aktivieren, ohne mich verrenken zu müssen? Entweder bau’ ich mir einen Arduino, der mechanisch den Knopf drückt. Oder ich kauf einen neuen, teuren Roomba, der WLAN schon mitbringt, oder ich kaufe so einen China-Roboter, der deinen Grundriss sicherlich nach China schickt, dafür aber günstig ist.

Ich entschied mich für eine ganz andere Möglichkeit. Denn es gibt da dieses RooWifi-Projekt. Ein findiger Bastler hat da wohl das Protokoll des Diagnose-Ports diverser Non-WLAN-Roombas entschlüsselt und einen kleinen Chip gebaut, der WLAN hat und es so ermöglicht den Roomba fernzusteuern, juchu!

Die Seite sieht etwas ranzig aus, aber das Ding scheint in Stock zu sein, manchmal hat man aber auch Glück und findet einen auf eBay und kann ihn da günstig schießen.

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Ein bisschen blöd platziert ist das Ding schon.

Wie auch immer, das Ding kam an, ich steckte es auf und versuchte es ins WLAN zu kriegen. Das dauerte erstmal vier Tage. Das Gerät unterstützt natürlich nur 2,4 GHz-WLAN, genauer gesagt anscheinend nur den 802.11b-Standard, der bei Fritzboxen standardmäßig deaktiviert ist. Zum Glück fand ich nach langem googeln in den Kommentaren zu einem Blogpost einen Tipp dazu.

Ich stellte also meine Fritzbox um, leider brachte es rein gar nichts. Auch ein Gäste-WLAN mit einfacherem Passwort funktionierte nicht. Nichtmal ein unverschlüsseltes Netz verhalf dem Roomba in mein WLAN.

Solang das Ding nicht in einem anderen WLAN ist, spannt es selber ein Ad-Hoc-Netz auf, dem man beitreten kann. Ich hatte schon überlegt, einen Rasperry Pi mit WLAN-Stick zu nehmen und zur Proxy-Kontrollstation umzubauen, die sich halt mit dem Ad-Hoc-Netz verbindet. So weit war es schon gekommen!


Meine nächste Idee war eine externe Antenne auf den WLAN-Chip zu stecken. Da war so ein mini kleiner Coax-Stecker, wie man ihn aus Laptops kennt. Beim Einrichten war mir schon aufgefallen, dass das Ad-Hoc-Netz eine ziemlich geringe Reichweite aufwies. Meine letzte Hoffnung! Ich kramte also ein altes Notebook aus dem Keller, das eh schon zum Abfallhof sollte und baute professionell die WLAN-Antenne raus und montierte sie auf dem Roomba.

Ihr ahnt es schon, klappte nicht!

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Danke an Papa für den schnellen 3D-Druck!

Und doch habe ich es am Ende geschafft. Die Lösung: mein alter AirPort Express, der noch im Keller lag. Ich weiß gar nicht so recht, warum ich den mal gekauft habe. Ich glaube, als ich damals in Glinde in der Küche per AirPlay Musik hören wollte, aber natürlich nie gemacht habe! Gute Entscheidung, Vergangenheits-Philipp.

Eingesteckt, als neues WLAN konfiguriert und der RooWifi schaffte es sofort eine Verbindung herzustellen! Wie geil ist das denn! Irgendwas ist also an der Fritzbox zu neu, oder zu anders konfiguriert. Who knows.

Die Frage ist natürlich, ob es den Stromverbrauch eines zweiten WLAN-Accesspoints wert ist, dass ich nun den Roomba aktivieren kann, ohne den Arm unter die Kommode stecken zu müssen. Könnte man drüber streiten, aber gerade finde ich es ziemlich gut. Und es ist ja nur so lang, bis der Roomba ersetzt wird. In 5-10 Jahren. Oder so.


Dank der Apple Shortcuts-App kann ich den Roomba sogar per Siri starten. Eigentlich muss nämlich nur ein HTTP Request an http://roomba.local/roomba.cgi?button=CLEAN geschickt werden. Magic! ✨

Die ersten beiden Solo-Alben von Bela B gehören für mich mit zu der besten Musik überhaupt, umso erschütterter war ich, als ich merkte, dass sie bei Spotify plötzlich fehlten, das klassische Problem.

Nun ist es aber so, dass Bela die beiden Alben auch für den „normalen“ Handel re-released und schwupps, jetzt ist Bingo, sein erstes Album, schonmal wieder bei Spotify aufgetaucht! Perfekt!

(Danke an Daniel)

Bye bye Facebook

Nachdem ich mich vor Monaten schon quasi von Instagram verabschiedete, indem ich dort nichts mehr hochlud – so ein bisschen gucken will man ja doch, daher kann man den Account nicht einfach löschen – habe ich gestern dafür gesorgt, dass ich alle Facebook-Verbindungen zu anderen Webseiten trennte. Also alles, wo ich mal den „Login with Facebook“-Button genutzt habe, ist nun auf eigene Logindaten umgestellt! War gar nicht so schwer.

Das einzige Sorgenkind, bei dem das leider nicht ging war Spotify. Zusätzlich war mein Account auch noch mit der Telekom verbunden und wurde über meine Telefonrechnung abgerechnet! So ein Wirrwarr!

Doch mein unbändiger Wunsch endlich Facebook adieu sagen zu können motivierte mich so sehr, dass ich mir vornahm, auch dieses komplexe Problem zu lösen.

Tatsächlich ist das alles auch nicht so schwer. Man legt einfach einen neuen Spotify-Account an und meldet sich dann im Supportchat, in dem man um das Transferieren seiner Playlists und anderen Daten auf einen neuen Account bittet. Das dauert dann wenige Minuten und schon ist alles da. Also fast alles, mir fehlten z.B. alle Leute, denen ich vorher folgte. Da die andere Richtung aber klappte, konnte ich das recht schnell wiederherstellen.

Die Verbindung zu meinem Telekomvertrag kappte ich auch, ist ja auch Wurst, über welchen weg die 10€ im Monat zu Spotify finden.


Was soll ich sagen. Ich bin frei! Noch ist der Account nicht gelöscht, da ich noch 1-2 Facebook-Apps übertragen muss, bei denen ich aus irgendwelchen Gründen noch Admin bin, aber es ist in greifbarer Nähe.

Die nächsten Schritte wären nun noch Instagram und Whatsapp, beides natürlich wesentlich härter als das Facebook-Mutterschiff. Bei Whatsapp habe ich noch zu viele Kontakte, die in keinem anderen Messenger sind und bei Instagram posten noch zu viele meiner Freunde, für deren Leben ich mich interessiere. Da hilft wohl erstmal nur Abwarten.

500MB/s

Letztens erwarb ich endlich mal eine ausreichend große SSD um meine gesamte Lightroom-Bibliothek dabei haben zu können, ohne demnächst 8.000€ für ein Macbook mit 4TB-Platte auszugeben.

Als Sparfuchs, bzw Mr. „Wer billig kauft, kauft zweimal“, bestellte ich also erstmal ein 10€-Case dazu. USB 3.1, blah blah, 10Gbit, etc, gute Amazon-Bewertungen und alles, was man will.

Turns out: Offensichtlich gibt es doch Unterschiede bei den S-ATA-USB-Controllern. Jedenfalls erreichte ich mit dem Billigding gerade mal knapp 100MB/s, was natürlich mager ist.

Im zweiten Versuch entschied ich mich für ein 25€-Modell mit dem Namen ICY BOX, der mir schon lange immer wieder in diesem Segment begegnet, und siehe da: 500MB/s in beide Richtungen. Natürlich weit entfernt von der internen SSD, aber könnte halbwegs ausreichen, damit Lightroom nicht zu viel meckert.

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Morgens kurz vor neun an der Sternschanze