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London (3)

Willkommen, willkommen. Diese Blogreihe zum Thema "Schmerzen im Bein, Vollkornbrot und Tourist-sein in London" nähert sich so langsam dem Ende. Vielen dank an eurem Interesse, die Zugriffszahlen des Blogs waren in den letzten Tagen vier Mal so hoch wie sonst. Krass. Falls ihr die wirklich alle lest: Respekt. Falls ihr nur die Bilder anguckt: auch okay! <3

Der Sonntag begann für mich um etwa 8 Uhr, als ich von einem freundlichen Klopfen geweckt wurde. Ich sprang aus dem Bett, wankte zur Tür und nahm ein riesiges Tablett mit Frühstück entgegen.

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Am Abend vorher hatte ich nämlich einen langen "Breakfast room service"-Zettel ausgefüllt. Diese verrückte Idee wuchs aus der Enttäuschung zwei Tage lang nichts warmes gegessen zu haben, weil die Restaurants entweder voll waren, ich sie doof fand, oder ich mir komisch dabei vorkam allein essen zu gehen. Also ignorierte ich den leicht obszönen Preis von 20 Pfund (bitte rechnet mir das nicht in Euro um) und kreuzte auf der Bestellung alles mögliche an.

Auf dem Tablett hatte ich nun Tee, Müsli, Croissants mit Butter (es gab keine Marmelade oder was anderes zur Auswahl), O-Saft, einen Joghurt, eine kleine Schüssel Baked Beans und Rührei.

Was soll ich sagen. Der Tee und der Orangensaft waren okay, die Croissants waren superklein, dafür immerhin zu dritt. Baked Beans und ich werden allerdings wohl keine Freunde. Ich mag zwar Bohnen, aber diese Soße... hat mich nicht gänzlich überzeugt. Das Rührei war, äh, nee. Es war in eine völlig unnatürliche Form gepresst und hatte einen subtilen Geschmack ungewürzter Pappe. Insgesamt hat sich diese Kurzschlussentscheidung des Vorabends also nicht gelohnt. Schade.

Eigentlich hatte ich geplant nach dem Frühstück zur Abbey Road zu fahren und von dort, über die Baker Street, wieder zum Charing Cross zu fahren. Im Endeffekt fühlte ich mich aber nicht so super, war von allem enttäuscht und schlief lieber noch ne Stunde, bis ich, viel zu spät, aufwachte und zur Tube-Station rannte.

Wir hatten uns wieder für 10:30 verabredet. Ich kam etwa zehn Minuten zu spät, Kika kurz darauf und Leonie, naja, eine Stunde darauf. (Diesmal konnte sie aber nichts dafür, irgendwelche Bahnen fuhren nicht.) Gemeinsam gings dann in die National Gallery.

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Ich muss ja zugeben, dass ich kein großer Kunst-Kenner bin. Also ich mag... schöne Sachen, kann aber mit der meisten "klassischen" Kunst nicht soviel anfangen. Trotzdem war es in der National Gallery beeindruckend. Das Gebäude an sich ist schonmal sehr imposant und wenn man sich überlegt, wie alt die Bilder teilweise sind, die dort hängen, ist das schon spannend.

Nachdem man die Räume mit den mit Putten übersäten Bildern hinter sich hat und langsam in etwas modernere Zeitalter kommt, werden die Bilder auch zunnehmend schöner. Außerdem freute ich mich immer, wenn ich ein Bild, welches wir im Kunst-Unterricht hatten, erkannte. Wie hier das mit den Sonnenblumen von Van Gogh! Ein Klassiker. Ein Bild, welches ich nich kannte, mir jetzt aber wahrscheinlich in Erinnerung bleiben wird ist dieses Portrait vom Joker von Picasso.

Nach zwei Stunden oder so waren wir allerdings kulturell gesättigt und verließen die Galerie. Draußen hatte sich während dessen ein lustiger Typ niedergelassen, der die Touristen unterhielt indem er tanzte, sich total verbog, und so Kram, den man halt machen kann, wenn man Gummiknochen hat.

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Kika verließ uns und wir machten uns auf zum British Museum, welches ebenfalls sehr imposant aussah, gerade aber hauptsächlich viele Ausstellungen mit alten Keramik und Porzellan-Sachen hatte. Alte Teller aus Korea, alte Vasen aus China, altes Geschirr aus Sonstwo. Naja. Abgesehen davon gabs aber auch ein paar spannendere Sachen, wie eine ziemlich alte Samurai-Rüstung.

Als wir alles gesehen hatten, was wir als interessant erachteten war es dann an der Zeit sich zu verabschieden. Danke nochmal an Leonie und Kika für das kleine Touristenprogramm!

Wieder allein unterwegs, mein Bein tat übrigens immernoch ziemlich weh, stieg ich in die Tube und fuhr mal wieder nach South Kensington um dort noch schnell das Science Museum und das Natural History Museum in Angriff zu nehmen.

(Während ich da durch die ewig lange Unterführung ging begegenete ich einem Straßenmusiker, mittlerweile dem dritten oder so. Alle waren mit Verstärker, Effektpedal(en) und halbwegs guten Gitarren ausgerüstet und spielten Rock- und Metalriffs und -Soli. Grandios.)

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Das Science Museum hatte kostenloses und funktionierendes Wifi, eine Alan Turing-Ausstellung und das Google Weblab. Letzteres war ganz spannend, war aber voll und wollte eh gerade schließen als ich ankam. Der Rest des Museums erinnerte mich von den Ausstellungsstücken sehr an das Deutsche Museum in München, bot jetzt also nicht allzuviel neues.

Als ich aus dem Science Museum kam war es dann leider schon 18 Uhr -- für weitere Museen war es also leider zu spät. Das Natural History Museum und die Tate Galerien muss ich wohl auf den nächsten London-Urlaub verschieben.

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Nun hatte ich nur noch einen letzten Plan für den Tag: irgendwo Postkarten kaufen, gucken ob ich vielleicht noch irgendwelche Mitbringsel finde und, wenn es möglich ist, etwas warmes essen.

Also rein in die Tube, Piccadilly. Ein Postkartenladen war schnell gefunden und um 10 Postkarten inklusive passender Briefmarken erleichtert. (Auch wenn ich glaube, dass der mich etwas übers Ohr gehauen hat -- 1,5 Pfund pro Briefmarke erschien mir etwas teuer, aber ich wollte nicht diskutieren). Ein paar Häuser weiter versprach mir ein Geschäft mit dem Namen "Cool Britannia" das perfekte Mitbringsel-Einkaufserlebnis. Da ich der schlechteste Mitbringselkäufer der Welt bin, lief ich sicher fast eine Stunde darin herum und wog ab, was von dem Kram man denn nun ernsthaft verschenken kann, ohne sich total blöd vorzukommen.

Letzendlich fand ich immerhin zwei kleine Dinge, die sich qualifizierten und ich verließ den Shop. Wahrscheinlich waren alle Security-Mitarbeiter schon total fixiert auf mich, nachdem ich da ewig lang rumstromerte. CCTV IN OPERATION.

Auf meiner Suche nach etwas essbaren kam ich nun zu einem Fish & Chips-Laden namens Pier 1. Ich fand einen Platz, neben einem deutschen Pärchen, versuchte mir nicht anmerken zu lassen, dass ich alles verstehe, über was sie sich lautstark unterhielten und genoss meine erste warme Mahlzeit seit Tagen. Ziemlich lecker. Mit 12 Pfund für eine Portion allerdings nicht gerade ein Schnäppchen, aber hey, ich wurde satt!

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(Wenn auf der Rechnung dann schon 10% Trinkgeld inkludiert sind, ist es dann komisch noch mehr zu geben? War mir nicht sicher und bezahlte vorsichtshalber den genauen Betrag.)

Nach diesem köstlichen Mahl fuhr ich schnurstracks zum Hotel, stieg in die Badewanne, schrieb danach die Postkarten und genoss die letzten Stunden im Hotel mit ein wenig TV-Untermalung. Zuerst kam so ein Typ, der eine Hütte baute, nur aus Material was er in der direkten Umgebung fand, oder so. Könnte auch auf DMAX laufen. Danach Never Mind the Buzzcocks, was ganz lustig war und zum Abschluss lief noch irgendwo Gamer. Ich hatte zufällig gerade eingeschaltet als diese Tanz-Szene kam und musste es dann zuende schauen. Der Film an sich ist ja ziemlich bescheuert, aber Dexter ist super <3.

Damit endete der Sonntag. Bleibt dran, wenn ihr erfahren wollt, ob ich es heil nach Hause schaffte, oder ob ich diese Zeilen insgeheim von einer einsamen Insel im Ärmelkanal tippe.

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