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Hallo. Ich bins! Philipp!

Bye, bye, Twitter

Im Dezember 2008 registrierte ich meinen Twitter-Account und in den Jahren danach änderten sich sehr viele Dinge in meinem Leben. Also zum Einen ist das natürlich normal, dass sich im Leben eines zwanzig Jahre alten Menschen Sachen ändern, aber ich bin mir recht sicher, dass Twitter einen großen Einfluss darauf hatte, in welche Richtung sich alles veränderte.

Nachdem die ersten Jahre nicht so viel los war, bildeten sich später langsam Grüppchen und ich lernte die Hamburger Twitter-Blase kennen. Fast alle meine aktuellen Freunde kenne ich aus diesen ersten Tagen, ich zog deshalb nach Hamburg und seit 2012 gestaltete sich auch meine berufliche Karriere – zuerst QUOTE.fm und dann Nerdlichter – über meine Twitter-Bekanntschaften.

Wie mit vielen schönen Dingen im Leben, ist es aber irgendwann vorbei. In den letzten Jahren habe ich mich schon zum großen Teil zurückgezogen und nichts mehr geschrieben, weil der Vibe einfach fehlte. Ich hab zwar meine 1.300 Follower ganz gut über eine lange Zeit gehalten, aber mittlerweile sind es wahrscheinlich 90% Bots und ebenfalls User, die keine Lust mehr haben. Ganz abgesehen davon, wie groß und wichtig Twitter für das gesamte Tagesgeschehen geworden ist. Damals, als ein paar Musiker oder andere Promis Twitter für sich entdeckten, war das ja alles noch ganz lustig und man fühlte sich den Leuten irgendwie nahe, Twitter ist einfach nicht mehr das kuschelige kleine Nest im Internet.

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Ende 2020 malte ich offensichtlich mal diesen traurigen Vogel auf meinem iPad, den mir Photos.app bei der Suche nach “Bird” sofort anzeigte, verrückt. Ich dachte schon, ich werde Stunden nach dem passenden Foto suchen, mit dem ich diesen Post illustrieren kann.

Jedenfalls richtete ich letztens mein iPhone 13 ein, und weil ich etwas doof und ungeduldig war, nutzte ich nicht den Weg, der die Login-Passwörter und -Tokens erhalten hätte, sondern das iCloud-Backup-Restore, mit dem Ergebnis, dass ich in Tweetbot ausgeloggt war. Ein erneutes einloggen gelang mir bisher nicht, nach dem Oauth-Dialog gibt es immer eine kaputt aussehende API-Error-Seite von Twitter. Schade.

Das ist jetzt fast einen Monat her, ich habe nun also schon so lang wie vorher noch nie in meinem Leben nicht auf Twitter mitgelesen und — und damit ein großes Sorry an alle Leute, denen ich folge – mir fehlte (fast) nichts. Ich hatte zwar schon vorher eine sehr gut kuratierte Timeline, ich bekam die meisten nervigen Shitstorms und so eh nicht mit, aber auch der verbliebene Rest war anscheinend so langweilig, dass er mir nicht wirklich fehlt.

Ich denke, das war es nun also mit uns, Twitter. Ich werde vielleicht nochmal so einen automatischen RSS-to-Tweet-Dings anklicken, damit diese Blogposts ihren Weg in die Twitter-Blase finden, da ich schon das Gefühl hab, dass mehr Leute meinen Kram hier lesen, wenn ich ihn bei Twitter poste, aber letztendlich finden meine Worte schon ihren Empfänger, ohne, dass ich sie auf Twitter werfen muss.


(Übrigens kann man bei Feedbin direkt auch Twitter-Accounts abonnieren, sodass ich mir da die paar Accounts, die ich wirklich noch gerne lesen will, nun einfach im RSS-Reader anschauen kann)

Waschmaschinenhacking

Ich liebe es, wenn ich durch die Wohnung gehe und alle Geräte, die mir Arbeit abnehmen, laufen. Der Geschirrspüler spült, der Roomba saugt, der Trockner trocknet, die Waschmaschine wäscht und der Stromzähler dreht sich in Lichtgeschwindigkeit. Das wohlige Gefühl, dass man sich zurücklehnen kann, weil andere für einen Arbeiten. Zwei Dinge stören mich allerdings an unserer aktuellen, zugegeben priviligierten, Waschmaschinen-Situation:

Erstens war ich zu blöd, darauf zu achten, dass Trockner und Waschmaschine, die im Abstand von einem Jahr gekauft wurden, in der gleichen Designlinie sind. Jetzt werde ich zwanzig Jahre lang, falls die Miele-Götter mir gnädig sind, darunter leiden, dass ich nicht mal fünf Minuten nachdenken konnte um darauf zu achten, dass die beiden Dinger gleich aussehen.

Während man sich damit arrangieren kann, ist der zweite Punkt jedes mal nervig, wenn man so einen Groß-Waschtag hat. Einmal ein komplettes Bettzeug, Vorhänge, alle Handtücher sind schmutzig und am Ende würde man gerne vier bis sechs Maschinen waschen.

Mit dem zwanzig Jahre alten Vorgängermodell war das nicht so das Problem. Das 60°C-Programm brauchte im Kurz-Modus eine Stunde und sechzehn Minuten und für 40°C eine gute Stunde. Für vier Maschinen Handtücher und zweimal T-Shirts brauchte man also grob sieben Stunden. Machbar, mit genug Timern.

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Ein Diagramm, dass die Minuten anzeigt, im Vergleich!

In zwanzig Jahren hat sich natürlich viel getan, zum Beispiel sollte man, dem Miele-Monteur, der vergeblich versuchte, die alte Maschine zu retten, auf keinen Fall mehr Miele kaufen, denn alles ist nicht mehr so toll wie früher. Ebenfalls geändert haben sich diverse Anforderungen an die Ökobilanz von weißer Ware, und aus Gründen führt das nun dazu, dass alle Programme plötzlich ewig brauchen. Eine Maschine mit 60°C-Wäsche dauert nun geschlagene zwei Stunden und acht Minuten, das ist viel mehr als vorher – und dabei habe ich schon die “Kurz”- Taste gedrückt.

Statt nach sieben Stunden fertig zu sein, bräuchte ich nun geschlagene elfeinhalb Stunden um alles zu Waschen, da müsste ich ganz schön früh aufstehen!


Die Waschmaschinen haben ja nun alle irgendwelche tollen Diagnose-Ports, mit denen man Software-Updates einspielen kann. Es müsste doch sicher möglich sein, da wieder ein Programm einzuspielen, dass die Reinigung wieder beschleunigt. Ist ja nicht so, als wäre die Wäsche nun sauberer, weil sie fast ne Stunde länger ihre Runden dreht. Hat schon jemand hier seine Waschmaschine gehackt?

Juchu, neue Macbooks, endlich. Nur leider, wie ich schon vermutete, Order today. Woher soll man jetzt sofort wissen, wie viele GPU-Cores man braucht? Aber natürlich muss man erstmal irgendetwas ordern, damit man dieses Jahr noch etwas geliefert bekommt. Zwickmühle!

Serie: Homelab
PN51-Einrichtung (2) – dev & Tailscale

Mein Macbook, oder zumindest die MacOS-Installation, ist ziemlich zugemüllt und die Hälfte ist seit einem Update irgendwie kaputt. vim funktioniert nicht mehr, das lokale PHP auch nicht, valet aber komischerweise schon noch, vielleicht benutzt das php-fpm. Who knows. Dazu kommt, dass es halt superlangsam ist und direkt anfängt fürchterlich zu lüften, wenn man aus Versehen npm install eingibt. (Ja, auch bei yarn!!). Alles ganz furchtbar.

Seit mehr als einem Jahr ärgere ich mich jetzt damit rum, wahrscheinlich ließe sich das Homebrew-Zeug sogar ganz leicht fixen, aber ich war bisher zu faul nach dem Fehler zu googeln – nano geht ja auch, haha –, denn bald sollten ja neue Macbooks rauskommen. Tja, mittlerweile ist Oktober 2021 und nächste Woche wird es endlich soweit sein! Jubel, Trubel, Heiterkeit. Endlich kann ich einen neuen Mac einrichten, diesmal möchte ich auf mein Backup, dass mich seit 2012 begleitet verzichten und ganz von vorne anfangen!


Was auch immer. Jedenfalls hatte ich letztens ein Kundenprojekt mit versucht mit docker-compose zum Laufen zu kriegen, weil alles andere kaputt war, so ein schönes Contao. Leider war es natürlich saumäßig langsam, weil Docker unter MacOS mit 1.000 PHP-Dateien, die per volume gemounted werden, einfach immer noch kacke ist. Ja, sicherlich gibt es da mittlerweile battle proven Lösungen, die alles per rsync übertragen, oder was weiß ich, gibt es alles sicher seit 2014 aber ich weigere mich, das auszuprobieren, weil es sich einfach nicht gut anfühlt und ich bin ein Gefühlsprogrammierer.

Jedenfalls wollte ich mal etwas ganz neues ausprobieren, wie wäre es, wenn ich eine VM hätte, auf einem aus dem Internet erreichbaren Rechner, auf dem die Entwicklungsumgebung läuft, und ich könnte zum Beispiel aus der Toilette in einem ICE schnell ein paar Zeilen Code schreiben, falls das Internet funktioniert, haha, klassischer Deutsche Bahn-Internet-Witz. Ich fänd’ es auf jeden Fall super, den ganzen Entwickler-Rotz möglichst weit weg von den teuren, aber leicht reizbaren CPUs meines Macbooks zu organisieren. Also legte ich mir eine neue virtuelle Maschine an, installierte ein bisschen Kram und schwupps hatte ich das Kunden-Contao laufen, inklusive dem nervenden Webpack Watch-Prozess, der bei jeder Änderung alles neu kompiliert.

Wäre ich cool, würde ich jetzt Visual Studio Code verwenden, ich hab gelesen, das hat so ein Plugin, das genau auf diesen Prozess ausgelegt ist, dass die Dateien überträgt und auch direkt Terminals auf dem Server leitet und so weiter, aaaaber da ich mich gerne selber mit Langsamkeit bestrafe, benutze ich PhpStorm (Eine blitzschnelle und smarte PHP-IDE, Zitat Webseite), da kann man sowas ähnliches einfach mit drei Klicks konfigurieren.

It just works, was für eine Magie. Noch dazu ist es so schnell, wie Webentwicklung zuletzt 2012 oder so war, als es noch kein JavaScript gab und man noch less statt sass benutzte. Was für ein Traum. Mein Macbook bleibt auch total leise und kalt dabei, außer PhpStorm kommt auf die Idee, alle Dateien indizieren zu müssen. Naja.


Mal sehen, ob ich es schaffe, das neue Macbook, falls ich es in diesem Jahr noch bekomme – ich hab schon etwas Angst, dass es wieder so wird wie bei dem iPhone-Bestellung und Apple Pay erstmal wieder dreimal alles ablehnt, bevor die Bestellung durchgeht, und bei dem Demand und der Chip-Knappheit gibt es bestimmt nur so zehn Geräte mit Lieferdatum in diesem Jahr – komplett frei zu halten von so Dev-Kram. Also zumindest PHP und… Node? Keine Ahnung, alles was sich irgendwie schmutzig anfühlt. An meine M1X-Kerne kommt nur feinster Adobe Lightroom-Code und vielleich etwas Swift.

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Klappbare Brücke in Kappeln als schlechte Metapher für ein VPN. Meine Internet-Pakete können nun endlich durch!

Eine Sache war da noch: Ich wollte ja aus der Bahntoilette darauf zugreifen können. Ein aktuelles Wunderwerk der Technik, man kann es nicht anders beschreiben, ist Tailscale. Jan-Lukas hat es in den letzten Monaten ungefähr achthundert mal erwähnt, daher dachte ich, ich muss das auch mal ausprobieren und es ist exakt so supergeil, wie es verkauft wird — und kostet nicht mal Geld!

Jedenfalls installiert man das kurz, klickt etwas rum und schwupps funktioniert alles. Ich liebe es!


So, ich kann Musicals gucken und Coden? Was fehlt jetzt noch, welche VM kommt als nächstes? Bleibt gespannt, ich weiß es nämlich noch nicht!

Ich hab nochmal ein paar Schleifen verwendet um aus den Albenbewertungen Top-Listen meiner Lieblingslieder zu erzeugen. Kommt ganz gut hin.

Serie: Homelab
PN51-Einrichtung (1)

Wie versprochen werden in den nächsten Wochen und Jahren hier ein paar Erfahrungen mit meinem PN51 folgen. Fangen wir am Anfang an, wie lief die ganze Einrichtung und Inbetriebnahme?

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2017 waren wir auf Gran Canaria und ich hab wirklich fast kein verwertbares Foto gemacht, aber immerhin viele Sterne gesehen.

Das Gerät kommt ja erstmal ohne RAM und Speicher, was ich ganz schön finde. Als jemand, der in den letzten 10 Jahren quasi nur im Mac-Universum unterwegs war, war es spannend mal wieder einen Riegel RAM in der Hand zu halten, und diese verrückten M.2-NVMe-SSDs. Sind die winzig! Unglaublich.

Man entfernt vier Schrauben, steckt alles rein, schraubt den M.2-Stick fest und fertig. Meine außerordentliche Fingerfertigkeit, die mir damals schon half, RAM-Riegel reinzustecken war hier auch direkt wieder parat. Auch wenn ich vorher nie so große Riegel verbaute. Ich glaube früher, im Gaming PC hatte ich nur zwei mal vier Gigabyte? Hier jetzt sechzehn! Zwei Stück! Was für ein Fortschritt, als Kind hätte ich davon geträumt!

Nun begann die spannende Suche nach einem Gerät, mit dem ich ein Betriebsystem installiert bekomme. Ich habe keine USB-Sticks rumliegen, die sind immer konstant weg. Die einzige Micro-SD-Karte, die ich parat hatte, war die aus dem Raspberry und die wollte ich nicht direkt löschen. Immerhin hatte ich letztens neue Kamera-Speicherkarten erworben, da ich der mehrere Jahre alten 64GB-Karte nicht mehr über den Weg traute. Aber für eine Linux-Distribution wird es wohl reichen!

Ich entschied mich, ein System mit Proxmox aufzusetzen, lud die ISO, flashte die SD-Karte mit balenaEtcher, was ich noch von den ganzen Raspi-Versuchen herumliegen hatte. Mit Adapter in den USB-Port – der PN51 hat nur einen MicroSD-Slot – reingesteckt, gebootet und nix passiert. Nur irgendeine kurze Meldung zu Secure Boot. Mhh.

Ich stöbere erstmal im BIOS, in dem man nicht super-viel einstellen kann und merke, das die M.2-SSD nicht angezeigt wird. Schade. Aber naja, daran wird es wohl nicht liegen, dass er nicht von er SD-Karte booted, die wird nämlich angezeigt. Ich reboote noch ein paar mal, denn Reboot tut gut, wie man früher sagte, als man noch Windows nutzte. Leider ohne Erfolg.

Ich schiebe alles auf die SD-Karte und greife zu größeren Kanonen, ich erinnere mich, dass ich noch eine 2,5”-SSD herumliegen habe, auf der ich früher meine Lightroom-Bibliothek lagerte. Also überspiele ich nochmal die 200 Megabyte Proxmox-ISO-File auf die 2 Terabyte SSD, warum auch nich. Weil ichs ganz genau wissen will, baue ich sie sogar ins Gehäuse ein, da wo die S-ATA-Platte hinpasst.

Funktioniert immer noch nicht!

Ich gehe also nochmal ins BIOS, lese nochmal genau, und sehe eine Secure Boot-Einstellung, die sich deaktivieren lässt. Jetzt klingelt es bei mir. Wer lesen kann, ist klar im Vorteil!

Nach dem deaktivieren boote ich wieder mit der SD-Karte, unsecure, und der Proxmox-Installer öffnet sich. Danach läuft alles wie Butter, alles installiert, Netzwerk wird erkannt, alles klappt — per Kabel. WLAN habe ich hier nicht ausprobiert, da das Ding am Ende eh am Ethernet hängen wird.

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Auch ein großes, weißes Objektiv hilft nicht dabei schöne Fotos zu machen.

Nächstes Thema war Plex. Ich erstellte also eine neue VM, in der ich Plex installieren wollte, und das funktioniert natürlich alles wunderbar über die Web-UI, ich musste nur erstmal etwas rätseln, wie und wo man jetzt das Debian-netinstall-Image herunterladen und hinterlegen kann. Ich erledigte es am Ende per Kommandozeile, fand später aber auch den richtigen Button im Browser.

Die Installation verlief easy, leider wurde ich zwischendurch mal unterbrochen, was dazu führte, dass ich vergaß, dass sie nicht fertig war. Als ich den Rechner umpositioniert hatte und damit alles neu startete, war ich erstmal stinke sauer, dass meine neue Plex-VM kaputt ist. Tolle Wurst! Aber naja, wer den Installer nie abschließt und kein Grub installiert ist wohl selber schuld.

Nachdem ich alles nochmal gemacht hatte, lief es besser. Ich stöpselte die externe Festplatte an, auf der meine Plex-Daten liegen, schleifte sie per Proxmox durch und mountete sie an die gleiche Stelle wie auf dem Raspberry Pi. /mnt/plex2 — natürlich. Nun musste ich nur noch eine Kleinigkeit erledigen, denn ich wollte ja die ganzen Cover und Tags und Meta-Daten, die Plex lagert, erhalten, damit nicht alles neu gestaltet werden muss. Dazu musste ich nur die alte MicroSD in den Server stopfen, und das richtige Verzeichnis (steht irgendwo im Internet) aus dem alten Debian ins neue kopieren. Plex neu starten und alles ist so wie vorher. Nur ungefähr achthunderttausend Mal schneller. Was ein paar Prozessorkerne und zwanzig mal soviel Geld-Invest ausmachen, kaum zu glauben.

Schritt Eins is getan, beim nächsten Mal geht es um etwas spannenderes, aber ich verrate noch nichts, damit ihr am Ball bleibt! Hahahaha!

Serie: Probleme
Mein Problem mit Diablo 2: Resurrected

Ich glaube es kaum, aber ich muss es zugeben: Blizzard hat es geschafft mich reinzulegen. Wahrscheinlich verdienten sie Millionen mit Leuten, wie mir. War ja klar.

Sicher, es ist irgendwie cool, dass sie sich die ganze Arbeit mit Resurrected gemacht haben und es sieht auch echt ganz cool aus und die paar Komfortfunktionen machen vieles auch einfacher und sorgen für besseren Spielfluss (auch wenn manche Sachen auf der Switch doch sehr nervig sind), aber insgesamt kriegt man aus dem Spiel halt nicht raus, dass es sehr alt ist.

Irgendwie dachte ich, ich kauf das, spiel ein Bisschen und habe dann direkt wieder das alte Feeling und endlos Spaß, zumindest für ein paar Tage. Was ich aber komplett vergessen habe: Diablo 2 hat mir Spaß gemacht, weil ich eine Reihe von perfekt geskillten Level 90-100 Charakteren hatte, die halbwegs ideal ausgestattet waren um massenweise Kühe im Kuh-Level umzusäbeln oder stundenlang MF-Runs bei Mephisto zu machen.

Diesen Zustand erreichte ich natürlich nicht von heute auf morgen, da war schon ein enormer Zeit-Invest erforderlich, zusammen mit ein paar Freunden, die einem natürlich geholfen haben und letztendlich auch dem Einsatz von ein paar Programmen, die Blizzard nicht so toll fand, weil sie alles automatisierten — aber immerhin habe ich dabei JavaScript gelernt. Jedenfalls konnte ich nach hunderten von Stunden in einem großen Schatz von Items wühlen und mir wohl die meisten verrückten Builds zusammenbasteln, alle Standards, kein Problem. Harle, Frostbite, SoJ. Keine Ahnung, warum ich die ganzen Namen noch parat habe.


Nachdem ich nun zum achthundertsten Mal von Duriel im zweiten Akt ge-onehitted wurde, ist mir klar: Diablo 2 ist ein verdammt schweres Spiel, das sehr viel Zeitinvestment erfordert, um Items zu finden, mit denen man auch weiter kommt. Damals hatte ich die Zeit, aber ich glaube, ich werde jetzt keine tausend Stunden investieren um meinen perfekten Fana-Zealot zu bauen, der sich so spielen lässt, wie ich es gewohnt bin.

Selbst, wenn ich es jetzt schaffe Duriel zu besiegen, wird es danach nicht leichter und um auch nur die Chance zu bekommen, dass geile Items droppen, die ich von früher kenne, müsste ich sicher mindestens bis Akt 4 / 5 im Nightmare-Modus kommen. Nee, dafür reicht meine Begeisterung glaube ich nicht aus.

Vielleicht spiel ich es irgendwann nochmal casual weiter, aber ich glaube, da macht mir Diablo 3 dann doch mehr Spaß. Vielleicht rühre ich es bis Diablo 4 kommt auch einfach nicht mehr an. Was für eine Naivität, mit der ich hier Blizzard um 39,99€ leichter machte. Traurig aber wahr.

Albenbewertungen (2)

Wisst ihr noch, gestern, als ich nicht wusste, ob es Quatsch ist?

Ich hatte heute irgendwie viel Spaß daran, noch ein paar weitere Alben nachzutragen, mir Songs, die ich nicht im Kurzzeitgedächtnis hatte, anzuhören und gegeneinander einzuranken – ja, das ist auf jeden Fall ein Wort. Mittlerweile waren es mir auch zu viele Alben für die Wiki-Übersichtsseite, also lagerte ich es auf eine eigene Ärzte-Bandseite aus, auch wenn es da jetzt noch nicht so viel Content gibt, wie bei Subway to Sally. Was auch mal ein Kandidat wäre für ein Alben-Ranking, mhh.

Albenbewertungen

Hallo, ich hatte mal wieder eine quatschige Idee, setzte sie um und bin mir nun wirklich unsicher, ob das sinnvoll oder Zeitverschwendung war. Immerhin kann ich nun einen Post darüber schreiben.

Die beiden vom Ein Lied für Dich-Podcast sprechen öfters mal von ihrem internen Ranking-System für Ärzte-Songs, eine Skala von 1 bis 100. Ich glaube, Mach die Augen zu, für mich eine klare 100 stuften sie nur so auf 80 ein, oder so. Egal.

Über Ranking-Systeme kann man sich ja mehrere Wochen streiten. Drei Sterne, Fünf Sterne, Daumen hoch und runter, oder halt 100 Punkte, was soll‘s. Ich fand das jetzt ganz spannend und fing an mir die Ärzte-Songs selber einzusortieren.

Anlässlich des DUNKEL-Releases kam mir nun der Gedanke, das Ranking irgendwie zu visualisieren, zum Beispiel mit einer Farbskala! In meiner Vorstellung bewertete ich also alle Ärzte-Alben durch und kann sie danach alle nebeneinander als Farbverlauf darstellen und direkt sehen, welches Album mir am besten gefällt und welches an welchen Stellen seine Schwächen hat. Soweit die Theorie.

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So siehts aus.

Ich bastele also kurz einen neuen Content-Typ für mein Wiki, suchte mir eine Farbskala von Grün nach Rot aus, von irgendeiner Webseite mit “schönen Gradients”, kopierte drei Zeilen Code zusammen um die Tracklistings von Spotify zu importieren und übertrug meine Bewertungen aus dem Kopf ins Kirby Panel.

Das Ergebnis kann man nun im Wiki betrachten, bisher ist es noch nicht unbedingt eine große Wand mit Verläufen für jedes Album, aber immerhin habe ich mir schonmal Gedanken zu HELL und DUNKEL gemacht.

Wahrscheinlich werde ich aber sofort das Interesse daran verlieren.

(Bitte guckt es euch am besten nur an, wenn die Sonne scheint, im Darkmode siehts bestimmt total kaputt aus)

Ostsee-Resort Olpenitz

Vor einiger Zeit entschlossen wir uns, dass man ja mal wieder Urlaub machen könnte, nach gefühlten zweihundert Jahren mal wieder das Meer sehen und etwas in der Strandmuschel am Strand abhängen. Die gute alte Reka Kohu von Terra Nation war wirklich ein extrem guter Kauf, damals, 2018 oder so. Ich kann nur empfehlen, einmal im Leben mehr als 10€ für ein solches Strand-Must-Have auszugeben. Allein für Fotos lohnt es sich, wenn man nicht das grellgrüne Billigmodell aus dem Strandkiosk kaufen muss.


Zurück zur Ostsee! Auf der, wie immer kurzfristigen, Suche nach einer Unterkunft fiel die Wahl am Ende auf ein schönes Appartement im Ostsee Resort Olpenitz. Klingt nach einem Projekt von Investmenthaien mit Goldrolex und ist es wahrscheinlich auch — bis 2006 war das Areal nämlich ein Marinestützpunkt und seit 2009 werden da ein paar tausend Ferienwohneinheiten aus dem Boden gestampft. Wie es sich für sowas gehört, war zwischendurch auch alles schonmal insolvent und das Fertigstellungsdatum 2012 konnte auch nicht so ganz gehalten werden, denn auch in diesem Jahr, knappe 10 Jahre später, war noch die Hälfte voll mit Baustellen, aber ich will mal nicht zu weit vorgreifen.

Wir kamen jedenfalls an einem beschaulichen Freitag Abend an und ich hatte große Pläne. Ausräumen, direkt noch vor 19 Uhr einkaufen, und das ganze Wochenende nichts zu tun haben. Urlaub, quasi. Leider klappte das nicht so gut – das Housekeeping hatte das Appartement nicht gereinigt. Schade. Nach etwa dreißig Minuten hatten wir immerhin eine andere Wohnung, allerdings nur für eine Nacht.

Ich, in meinem Service-verwöhnten Gehirn hatte mir schon ausgemalt, dass wir aufgrund des Faux Pas für die gesamten elf Nächte auf das doppelt so teure Dachgeschoss-Loft mit direktem Meerblick und Champagner-Whirlpool geupgradet werden. Pustekuchen, eine Nacht in einem kleineren Appartement sollte es sein.

Also gut. Alles schon ausgepackte wieder einpacken, umparken, auspacken — wenn man mit dem Auto zu einer Ferienwohnung fährt, packt man ja selten super effektiv, sodass man im Fall einer Notübernachtung nur ein kleines Notübernachtungsköfferchen mitnehmen muss. Selbstverständlich muss man den halben Hausstand in die Not-Unterkunft buchsieren, weil Unterhose, T-Shirt, Zahnbürste und Socken in verschiedenen Packing Cubes gepackt sind. Zum Einkaufen war es mittlerweile auch zu spät und ich hatte auch keine Lust einen Wochenendeinkauf zweimal einzuräumen.

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Als wir es am ersten Tag an den Strand schafften, war es schon dunkel!

Am Nächsten Tag sollten wir asap Zugriff auf unsere eigentlich gebuchte Wohnung bekommen, aber nachdem sich um zehn Uhr immer noch niemand gemeldet hatte, rief ich mal an und erkundigte mich. Jaja, gleich fertig. Und natürlich wartet noch eine kleine Aufmerksamkeit auf sie! Mein Service-verwöhntes Gehirn ging an dieser Stelle eigentlich davon aus, dass man mir freudestrahlend übers Telefon mitteilen wird, dass uns selbstverständlich ein 25%-tiger Rabatt gutgeschrieben wird. Tatsächlich musste ich quasi darum betteln und die zunächst angebotene kostenlose Endreinigung ablehnen, bis wir uns auf 10% Rabatt einigen konnten für den verlorenen Urlaubstag. Kommt ja ungefähr hin und ist fair.

Etwas später konnten wir endlich übersiedeln und uns die Wohnung genauer angucken. Die kleine Aufmerksamkeit war eine Flasche Wein für 6,50€ und ne Packung Bonbons — also, nicht, dass ich hier undankbar wirken will, aber warum wird bei sowas immer davon ausgegangen, dass man Alkohol trinkt? Die Bonbons waren aber lecker.

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Morgendlicher Blick aus der Zwischenwohnung.

Bei der Buchung hatte ich mal wieder den kapitalen Fehler begangen, die Beschreibung nicht super-genau zu studieren. Ja, Ostsee-Blick. Gut, aber nur von einem der Balkons ein bisschen seitlich. An keinem der Urlaubstage war Balkonwetter, also schauten wir beim Frühstück immer nur auf die anderen Ferienhäuser. Ist jetzt kein Beinbruch, aber einmal im Leben will man vielleicht doch mal eine Wohnung, die wirklich richtigen Meerblick hat vom Esstisch aus. Aber wie gesagt — vollständig mein Fehler, es war an den Fotos so zu erkennen.

Ansonsten konnte ich an der Behausung nichts aussetzen. Baujahr dürfte so 2018 oder 2019 gewesen sein, es ist noch alles halbwegs gut in Schuss und funktionierte alles. Die Fußbodenheizung verwirrte mich, so wie jede Fußbodenheizung in meinem Leben. Entweder zu heiß, oder zu kalt, oder es wird nicht das Zimmer warm, in dem man das Thermostat hoch dreht, die Klassiker halt. Die Küche war sehr gut ausgestattet, am besten gefiel mir das Schubfach, in dem so eine 30€-Sammlung von Küchenhelfern war. Pfannenwender, Kellen, Schaumlöffel, etc. Da waren Dinge dabei, die ich in meinem Leben noch nie sah und auch nicht wusste, was ich damit machen soll. Ansonsten war auch alles da, was man braucht, nur das Küchenradio hätten sie sich sparen können. Frage mich, in welche Preisklasse man noch aufsteigen muss, um eine Wohnung mit Sonos zu bekommen, statt einem CD-Radio aus dem Rossmann-Angebote-Regal.

Natürlich gab es in jedem Raum einen Fernseher und seitdem ich die Bekanntschaft mit denen machte, hoffe ich, dass meiner zuhause noch lange hält, denn das Interface eines modernen Samsung-Flachbildschirms ist echt… gewöhnungsbedürftig. Immerhin musste man es nicht soviel anfassen – der moderne Reisende von heute hat ja seinen Apple TV dabei (und die Remote vergessen).


Mein besonderes Hobby ist ja in Neubauten nach Baupfusch zu suchen und an und für sich sah alles eigentlich ganz ok aus, aber so ein paar Sachen kamen mir schon spanisch vor. Ich glaube, ich werde niemals ein Haus bauen können, weil das Level an Perfektion, was ich mir wünschen würde, wohl unbezahlbar sein würde. Bei so einer Ferienbutze, die konstant von irgendwelchen unberechenbaren Leuten, teilweise mit Haustieren, bewohnt wird, ist wahrscheinlich die Detailverliebtheit des Bauherren auch begrenzt und der Pfusch wird einfach so gelassen.

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An einem anderen Tag konnte ich diese Baustelle bei Licht fotografieren!

Ebenfalls etwas, was ich mir sehr wünschte, weil ich sehr faul bin, war die beworbene Strandnähe der Unterkunft. Wenn man nach unendlicher Zeit mal wieder ans Meer fährt, bitte mit Strand vor der Haustür. Tatsächlich stand in der Anzeige auch irgendwas von, dass der Strand nicht weit weg war und wenn man einen Blick auf Google Maps warf, sah es auch erstmal alles gut aus, aber da hat man die Rechnung ohne das Baustellenresort Olpenitz gemacht. Natürlich ist auf den 428 Metern, die die Wohnungstür vom Strand trennen eine Großbaustelle, die den Weg komplett blockiert. Auf beiden Seiten groß abgesperrt mit Bauzaun, kein Durchkommen. So musste man jedes Mal, wenn man zum Strand wollte einen Umweg von mehreren Metern in Kauf nehmen. Ich habs mal nachgemessen und es sind genau zweihundert Meter gewesen!


In direkter Nähe gibt es einen wunderschönen Edeka mit Blick aufs Wasser und guter Bestückung, einen Fahrradverleih, der bisher nur in einem grünen Container ist und eine Ciao Bella-Filiale, die überraschend gute Pizza und Salate macht. Leider liefern sie nicht und man hat ständig einen Alexander Marcus-Ohrwurm. Allgemein wäre hier ein Lieferservice für Lebensmittel doch sicherlich eine Goldgrube. Würde ja reichen, wenn es hier zwei feste Wochentermine für einen Rewe-Lieferservice gäbe. Wäre ein Komfort-Plus!

Zwischendurch ist wirklich noch viel Bautrubel. Es ist nicht sonderlich laut und wenn man auf Baufahrzeuge steht, kommt man hier im Urlaub auch noch voll auf seine Kosten, aber gleichzeitig ist es halt auch irgendwie nervig, das alles so halb-fertig ist, nicht nur, weil man deswegen weiter zum Strand laufen muss, das verbreitet so ein unruhiges Gefühl!

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Puh, wenigstens ein Foto vom Strand.

Insgesamt war es aber ein toller Urlaub nach der langen Corona-bedingten Urlaubspause. Das Wetter war wechselhaft aber oft hatte es auch gute Phasen und kleine Ausflüge nach Kappeln, der nächst größeren Stadt (mit einer Brücke, die aufgeht, damit Schiffe die Schlei entlang fahren können!!), oder nach Eckernförde sorgten für einen abwechslungsreiches Erlebnis. Ein Satz, wie aus einem Werbeprospekt.

Tatsächlich fuhren wir hauptsächlich direkt am Montag nach Kappeln, weil ich es schaffte, lediglich zwei kurze Hosen und eine Sporthose einzupacken. Früher war ich mal gut im Packen. Naja. Wer‘s nicht im Kopf hat hat es bekanntlich in der Brieftasche und daher musste ich mir halt eine neue Hose kaufen. Ich glaube es selbst nicht, aber tatsächlich fand ich sofort sogar zwei Modelle, die mir zusagten und die auch passten. Eins der Highlights des Urlaubs.

Nun hoffe ich mal, dass ich irgendwann meine 10% Rückzahlung auch noch überwiesen bekomme, oder ob sich mein Service-verwöhntes Gehirn nochmal dazu durchringen muss, anzurufen. Davon ist auch etwas abhängig, ob wir dieses Resort nochmal besuchen — mit echtem Meerblick vielleicht.