100km
Vor ein paar Jahren habe ich angefangen Joggen zu gehen, mit unterschiedlichem Erfolg. Während ich es in manchen Jahren schaffte, zumindest im Sommer, mal drei Wochen durchzuhalten, joggte ich 2024 genau einmal. Das merkte ich, als ich Ende 2025 mal in meinen Runkeeper-Account schaute.
Jedenfalls fiel mir da auf, dass ich 2025 noch kein einziges mal joggen war und fühlte mich gechallenged. Zumindest das eine Mal sollte ich es wohl schaffen, meine müden Beine etwas zu bewegen. Ich ging am 12. Dezember also los und lief eine Runde. Tatsächlich stellte sich dann bis zu den Weihnachtsferien eine kleine Routine ein. Montags, Dienstags, Donnerstags und Freitags.
Im nächsten Schritt schaffte ich es sogar, die ganze Sache ins neue Jahr zu retten. Mittlerweile habe ich einen kleinen Meilenstein erreicht: ich bin in 2026 insgesamt 100km gelaufen. Hätte das alles auch schon Anfang April schaffen können, aber dann war ich kurz krank und hier und da kamen andere Sachen dazwischen, die mich davon abgehalten haben, die letzten 3.6km hinter mich zu bringen.
Auf der einen Seite bin ich ein bisschen stolz auf mich, dass ich das jetzt über vier Monate lang durchgezogen habe. Jetzt sind 100km auch nicht besonders viel, jeder vernünftige Jogger schafft das ja an einem Wochenende mit zwei kurzen Marathonläufen, aber es dürfte immerhin die konstanteste und am längsten andauerndste sportliche Betätigung meines Lebens sein.
Leider macht es mir wirklich gar keinen Spaß. Meine normale Laufrunde ist so ungefähr zweieinhalb Kilometer lang. Zum Vollenden der 100 Kilometer brauchte ich am letzten Tag nur noch 1100 Meter und ihr könnt raten, wer in kleinen Kreisen um den Block lief um nicht einen Zentimeter zu viel zurücklegen zu müssen. (Bin am Ende doch 100 Meter zuviel gelaufen, weil sicher ist sicher und nichts wäre schlimmer gewesen, als am nächsten Tag nochmal loszulaufen, weil mir 22 Meter fehlten).
Ich bin sehr faul. Manchmal denke ich, dass es echt schlau wäre, einmal in der Woche auf so einem Rollbrett aus der KFZ-Werkstatt durch die Wohnung zu fahren, um die Sachen einzusammeln, die auf dem Boden liegen, weil ich im Laufe der Woche zu faul war mich zu bücken, um sie aufzuheben. Im Nachhinein kann ich mir gar nicht mehr vorstellen, wie ich es geschafft habe, so viele Tage am Stück laufen zu gehen. Teilweise sogar bei Minusgraden!
Was das angeht bin ich also sehr froh, es tatsächlich geschafft zu haben, andererseits hätte ich mir gewünscht, dass sich doch zumindest ein bisschen Spaß an der Sache einstellt. So muss ich mich wohl, wie immer, erstmal wieder extern motivieren, weiter zu machen, z.B. indem ich mir mal ein paar neue Schuhe kaufe, die nicht meine drei Jahre alten Alltags-Sneaker sind. Ich hoffe, diese Investition bringt mich über die nächsten 100km und dann schauen wir mal weiter.






