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Ein L und zwei P. Philipp!
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London (4)

Aller guten Dinge sind drei. Daher hier nun der vierte und letzte Post zum Thema "Wenn man London rückwärts schreibt heißt das Nodnol. Klasse!".

Mein Vater wünschte sich ja, dass ich einige Sachen für ihn besuche, vor allem einige der Drehorte von einem Film namens Blow Up. Leider fiel mir im Laufe der Planungen auf, dass die meisten Sachen leider furchtbar weit weg waren und ich es zeitlich nicht auf die Reihe bekam. Das ist schade, aber wieder eine Sache für den nächsten London-Besuch.

Da ich aber nicht völlig ohne etwas in der Hand zu haben nach Hause kommen wollte, hatte ich mir vorgenommen am Montag morgen auf jeden Fall noch die Abbey Road zu besuchen.

Ich stand also so gegen acht Uhr auf, packte meinen restlichen Kram zusammen (vorbildlich wie ich bin hatte ich 89% der Dinge natürlich bereits am Vorabend gepackt) und ging zur Rezeption um zu bezahlen. Da meine Kreditkarte eh schon beim Checkin durchgezogen wurde, ging das alles superfix. Ich antwortete auf die Frage, ob alles okay war knapp mit einem "Perfect!" und verschwieg, dass mir das Frühstück nicht so gefiel. Aber ansonsten gab's halt eigentlich auch nichts auszusetzen.

Ich wusste nicht so recht, wohin ich am besten Fahre um zur Abbey Road zu kommen und entschied mich mit der Tube nach Maida Vale zu fahren und von dort zu laufen. Letzendlich war es eine Strecke von 10 Minuten oder so. Hätte ich kurze Zeit investiert um den Bus-Plan zu studieren, wäre es wahrscheinlich schneller gegangen, aber was solls.

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Als ich den berühmten Zebrastreifen erreichte konnte ich erst einmal ein paar anderen Touristen dabei zuschauen, die wohl aus einem ähnlichen Grund wie ich da waren. Ein asiatisches Pärchen stand auf der anderen Straßenseite und schauten energisch auf eine Straßenkarte. Vielleicht waren sie sich nicht so sicher, ob sie wirklich an der richtigen Straße waren.

Hätten sie mal genauer hingeschaut, hätten sie sich allerdings sehr schnell von der lustigen Dame bestätigt gefühlt, die mehrfach in beide Richtungen über die Straße stolzierte und versuchte dabei so auszusehen wie alle 4 Beatles auf einmal. Oder so. Jedenfalls filmte ihre Tochter (oder jüngere Freundin) dabei und alle hatten sehr viel Spaß.

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Ich stand solang im Regen und hoffte, dass die Leute verschwinden, bevor mein Flugzeug losfliegt, damit ich wenigstens noch schnell ein Foto von einem leeren Zebrastreifen als Andenken knipsen kann. Nach nur wenigen Stunden war es soweit, ich erledigte meinen Job und suchte mir die nächste Tube-Station. St. John's Wood sollte es sein. Von da aus über die Baker Street (Woohoo, Jungfernstieg ist unkomplizierte Kinderkacke dagegen!) zum King's Cross Bahnhof.

Da ich ja seit kurzem auch Harry Potter-Leser bin, fand ich es gut, dass mein Zug nach Luton vom Bahnhof St. Pancras abfuhr, der ja direkt neben King's Cross ist. So konnte ich dort wenigstens schnell mit Foursquare einchecken! Was man halt macht, so als Fan!

Falls jemand schonmal mit dem Eurostar nach London gefahren ist, wird ihm St Pancras wahrscheinlich ein Begriff sein, denn die Züge halten dort. Ich stieg aber nicht in einen der herumstehenden Eurostars sondern kaufte mir ein Ticket nach Luton Airport Parkway (hey, das war 10 Pfund billiger als das zum Gatwicker Flughafen), suchte meinen Bahnsteig und stieg in den nächsten Zug.

Danach folgten etwa 40 Minuten der kompletten Ungewissenheit ob ich jemals an meinem Ziel ankommen werde. Das Abteil in dem ich saß war so gut wie leer, hatte keinerlei Anzeigen, wo wir als nächstes halten und Ansagen gab es ebenfalls nicht. Ich schaute aus dem Fenster und las die Namen der Orte, an denen wir hielten. Mill Hill, Borehamwood, mittlerweile verifizierte ich anhand des Sonnenstandes, das wir wohl Richtung Norden fahren. St. Albans, Harpenden. LUTON AIRPORT PARKWAY. Puh, geschafft.

Vom Bahnhof zum Flughafen muss man nochmal etwa 10 Minuten mit einem Shuttlebus fahren, was aber kein großes Problem war. Mittlerweile war es so 11 Uhr oder so und ich hatte noch zwei Stunden Wartezeit vor mir. Als ich am Flughafen schnell per Foursquare eincheckte bekam ich den wunderbaren Tipp, mir unbedingt ein Ticket für die Fast Lane im Security-Check zu kaufen. Die überall herumstehenden Hinweisschilder, die ebenfalls darauf hinwiesen taten ihr Übriges und ich machte, was alle von mir verlangten. Ich kaufte ein Fast Lane-Ticket für günstige 4 Pfund. Mir erschien das als ein fairer Preis für die enorme Zeitersparnis, die ich erwartete.

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Das lustige daran ist, dass die Ticket-Automaten schon unten irgendwo herum stehen, zu einem Zeitpunkt als man noch garkeinen Blick auf die Security-Schalter werfen konnte, um festzustellen, wie voll sie denn so sind. Als ich nämlich hochfuhr und feststellte, dass da gerade mal 10-15 Leute anstehen und ich wahrscheinlich in ebensovielen Minuten durchgekommen wäre, trauerte ich kurz um das Geld. Aber naja.

Aber ich hatte das Ticket nun ja und ging daher den Fast Lane-Weg, durch so ein Pavillon mit Teppich, vorbei an den Menschenmassen. Leider hat man nicht seine komplett eigene Lane, sondern wird einfach priorisiert behandelt und zwischen die normalen Passagiere geschoben. Ich hatte also nicht nur sinnlos 4 Pfund ausgegeben, sondern zog auch noch die Wut der anderen Reisenden auf mich, weil ich einfach mitten in eine Familie reinpriorisiert wurde. Insgesamt eine durchaus lohnende Investition.

Nachdem ich den Security-Bereich durchquert hatte besorgte ich mir etwas zu essen und machte es mir in der Warte-Lounge gemütlich. Das Abfluggate sollte Punkt 13:25 bekanntgegeben werden. Da ich aus meinen Fehlern vom Freitag gelernt hatte, stellte ich mich gegen 13:23 an einen Punkt, von dem ich die Anzeigetafel gerade noch sehen konnte und gleichzeitig schon möglichst nah an den Gates war und machte mich bereit. 13:24… 13:25… die Spannung stieg. GATE 16. In meinem Kopf hörte ich ein lautes Startsignal, ich schwang mich in Richtung der Gates und stiefelte los.

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Die Arbeit hatte sich gelohnt. Ich stand gleich ganz vorne in der Boarding-Kategorie 2, hinter den Speedy-Boarding-Bonzen und den Familien mit Kindern. Weitere 30 Minuten später durften wir rausrennen und der Kampf um die besten Plätze begann. Dank meiner guten Ausgangsposition schaffte ich es aber einen guten Fensterplatz zu ergattern. Das gute an Fensterplätzen ist ja nicht nur, dass man herausschauen kann, wenn man Lust hat, sondern auch, dass man sich einfach anlehnen kann, wenn man schlafen will. Letzteres tat ich recht schnell und wachte erst wieder auf, als wir kurz vor Hamburg waren und es wieder abwärts ging.

In Hamburg trennte mich dann nur noch ein total unmotivierter und langsamer Passkontrolleur vom Ende des Urlaubs. Aber immerhin hatte ich ja wieder Internet…

DADADADAMM Abspannmelodie.

Fazit

Oh, das war alles ganz spannend. Ich machte den Urlaub hauptsächlich um mal aus dem Alltag herauszukommen, nicht den ganzen Tag zu programmieren und nicht ständig über QUOTE.fm nachzudenken. Dieses Ziel habe ich ganz gut erreichen können.

Körperlich entspannend war der Urlaub natürlich nicht, aber das wusste ich auch vorher. Hätte ich das gewollt, wäre ich in irgendein Wellness-Hotel gefahren. Meinem Bein geht es mittlerweile übrigens wieder gut, keine Ahnung, was da schief lief. Brauchte etwa eine Woche.

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Ich sah nicht alles, was ich sehen wollte, schrieb mir aber alles auf die Liste für das nächste Mal. Und das wird definitiv kommen, denn London an sich hat mir ein sehr nettes Gefühl verschafft. Man fühlt sich irgendwie… gut dort. Alles ziemlich sympatisch. Beim nächsten mal werde ich allerdings nicht unbedingt im Herbst/Winter dort hinfahren, denn etwas was ich nicht beachtet hatte, war, dass die Sonnenzeit ja quasi begrenzt ist. Ab 19 Uhr war es quasi dunkel und da ist nicht mehr viel mit Kram angucken, den man besser im Hellen ansieht.

(Ja, London ist im Dunkeln ebenfalls schön, aber trotzdem.)

Des Weiteren hätte ich auch mal gucken können, was man so Abends machen kann. Theater und Kinos und so Kram gibt es ja zu Hauf. Irgendein Musical hätte mir sicherlich gefallen.

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Die Reise war für mich persönlich auch ein Test, ob es mir Spaß macht, sowas alleine zu unternehmen, oder ob ich mir für's nächste mal lieber Begleitung suche. Leider konnte ich mir auf diese Frage auch nach tiefgehender Analyse keine genaue Antwort bilden. Allein ist man halt super flexibel und man kann einfach mal 4 Stunden lang in eine Richtung gehen und niemand kann einen davon abhalten. Man kann 30 Minuten an einer Straßenlaterne stehen und versuchen Fotos zu machen und niemand fragt, wann es endlich weitergeht.

Andererseits ist es alleine auch manchmal doof. Wie schon erwähnt kam ich mir blöd dabei vor alleine in ein vernünftigeres Restaurant zu gehen. Außerdem fällt es mir allgemein leichter daran zu denken regelmäßig etwas zu essen und zu trinken, wenn jemand in der Nähe ist, der das auch tut. Den ganzen Freitag lang trank ich zum Beispiel bis Abends um 10 nichts, weil ich einfach nich dran dachte. Das kann ja garnicht gesund sein. Davon abgesehen konnte ich niemanden die ganze Zeit volljammern, das mein Bein weh tut, weil ich ja nicht einmal Internet hatte. Schrecklich!

(In diesem Moment nochmal viele Grüße an Leonie und Kika, die am Samstag dafür sorgten, dass ich daran dachte zu trinken.)

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Letzter Punkt des Fazits: Als ich die Fotos importierte war ich zunächst etwas enttäuscht. Ich hatte mir eine größere Ausbeute gewünscht. Aber es ist wie es ist. Hier und da habe ich mich geärgert, dass ich nicht Martins Angebot annahm seine 5D zu benutzen, denn 28mm ist an der 400D halt schon etwas lang. Und da es, wie schon gesagt, doch recht früh dunkel war, hätte mir die Rauschfreiheit wohl auch das ein oder andere bessere Foto beschert. Aber was solls. Beim nächsten mal bin ich schlauer!

Damit schließe ich die längste und erfolgreichste Beitragsserie, die ich in diesem Blog jemals hatte. Danke für's lesen und bis zum nächsten Mal! ♥

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