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Tagebuch schreiben

Es ist an der Zeit, dass ich in diesen Blog auch ein bisschen meiner unendlichen Lebenserfahrung einbringe und meinen Lesern wichtige Tipps gebe, wie sie ihr Leben verbessern können. Heute beginnen wir mit einer Sache, die etwas Durchhaltevermögen erfordert, sich im Endeffekt aber bezahlt macht, wie ich finde: Tagebuch schreiben.

Ich finde es spannend möglichst viel von meinem Leben irgendwo festzuhalten. Und zwar nicht um es anderen zu zeigen und damit anzugeben, wie toll alles ist, sondern weil ich es ganz persönlich interessant finde mein Leben zu einem späteren Zeitpunkt nachvollziehen zu können. Da ich mir unmöglich alles merken kann, was passiert muss ich es natürlich irgendwo aufschreiben.

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So entstand vor mittlerweile fast sieben Jahren dieser Blog hier. Anfänglich veröffentlichte ich jeden Tag einen Eintrag, in dem ich schrieb, was an den Tag so vorgefallen war. Meistens war das recht wenig, ich ging damals ja noch zur Schule. Ich selber finde die Einträge mittlerweile ganz lustig, aber würde jetzt nicht dringend empfehlen sie nach zu lesen.

Als ich mein Studium begann sank die Frequenz dieser Alltags-Beiträge leider ziemlich ab. Bis heute habe ich keine wirkliche Erklärung dafür gefunden, ein Mangel an Zeit kann es eigentlich nicht gewesen sein. Auf jeden Fall führte das dazu, dass es mir jetzt etwas schwerer fällt mich in die Studiumszeit zurück zu versetzen. Zumindest, was die ersten Semester angeht.

Denn irgendwann gegen Ende des Studiums kam ja Twitter und das iPhone. Damit war es wieder leicht möglich irgendwelche Alltags-Statusupdates heraus zu schicken. Da ich bereits früh dafür gesorgt hatte, dass meine Tweets irgendwo gesichert werden habe ich auch ein komplettes Archiv damit herumliegen.

Der Nachteil an Blog und Twitter ist natürlich, dass die Sachen öffentlich sind. Im Großen und Ganzen bin ich da ja nicht so, aber manche Sachen will man halt doch nicht in die Welt hinaus posaunen. Was macht man also damit?

Eine lange Zeit machte ich damit einfach nichts. Ich behielt die Gedanken einfach in meinem Kopf. Leider hat der Kopf natürlich zum Ersten die Angewohnheit, sich nicht alles zu merken, und zum Zweiten die Begabung, alles was er sich merkt, dann doch so zu verdrehen, dass es am Ende, wenn man drüber nachdenkt, irgendwie positiv aussieht. Die schlechten Dinge werden einfach ausgefiltert.

Nun wird es wahrscheinlich schon einen Grund haben, dass das so funktioniert, wie es funktioniert. Hin und wieder möchte ich mich aber trotzdem gerne an alles erinnern können. Aus diesem Grund fing ich Ende 2011 an ein Tagebuch zu führen. Damals analog, in ein kleines Notizbüchlein, ein paar Stichpunkte jeden Tag. Leider hielt ich das nicht sonderlich lange durch. Die Einträge umfassen so den Zeitraum vom 26.12.2011 - 6.1.2012 und noch vereinzelt ein paar Sachen im Februar und April.

Jeden Abend sah ich nun das Buch auf meinem Schreibtisch liegen und dachte mir, dass ich es doch nun mal wieder beschreiben musste. Mit jedem Tag, der verging stieg aber auch die Hemmschwelle, weil ich mir dachte, jetz die letzten n Tage nachtragen zu müssen. Wie das halt so ist, packte ich das Ding irgendwann in ein Schubfach und somit aus meinem Sichtfeld.

Ein paar Monate vorgespult. Ende Juli entdeckte ich mal wieder Day One, eine Tagebuch-App fürs iPhone und den Mac. Es war nicht das erste mal, dass mir diese App über den Weg lief, aber diesmal war ich in der Stimmung sie diesmal auch auszuprobieren. Und sie hat mich überzeugt. Das anlegen neuer Einträge funktioniert auf dem iPhone ziemlich einfach, außerdem wird auch noch die Location und das aktuelle Wetter gespeichert, was supercool ist. Die Mac-App sitzt immer schön im Hintergrund, lässt sich aber über ein Menubar-Icon auch schnell befüllen. Außerdem nervt es nun jeden Tag um 23 Uhr und bettelt darum, dass ich etwa hineinschreibe.

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Ich glaube es dauerte etwa zwei Wochen, bis ich meinen Schweinehund komplett überwunden hatte und es einfach zur täglichen Routine wurde Abends den Tag nochmal kurz in ein bis zwei Sätzen zusammen zu fassen. Zusammen mit den Fotos, und den Notizen, die ich im Laufe des Tages noch rein werfe ergibt das zu jedem Tag ein paar Anhaltspunkte, mal mehr, mal weniger.

Mittlerweile zählt mein Day One-Archiv 153 Einträge. Bereits jetzt merke ich, dass es mir spaß macht, mal 4-6 Wochen zurück zu schauen und zu lesen, was ich da so zu sagen hatte. Super Sache.

Man kann sich natürlich die Frage stellen, ob das nun wirklich sein muss. Muss man jeden Tag seines Lebens nachvollziehen können? Muss man sich alles merken? Ist nicht vielleicht der automatische Rosa-Brille-Filter ganz gut?

Diese Fragen muss sich natürlich jeder selber beantworten. Die Erfahrung mit meinem Blog hat mich gelehrt, dass es mir super viel Spaß macht alten Kram zu lesen und daher ist es für mich eine gute Entscheidung gewesen.

Abgesehen vom Nostalgie-Effekt hilft es mir manchmal auch Dinge, die mich beschäftigen einfach irgendwo hin zu schreiben. Auch dafür eignet sich Day One grandios.

(Day One speichert alles auch in relativ normale XML-Files und hat ein Kommandozeilentool um es automatisiert zu befüllen -- zum Beispiel einen Post mit allen Tweets des Tages, oder so. Dazu aber eventuell später mal.)

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