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Philipp bewertet…
Stranger Things

Eine Serie, die in meinem Freundeskreis so sehr gehyped wird konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen, auch wenn ich vorher schon etwas Bedenken hatte, weil ich Stranger This für eine Horror-Serie hielt.

Spoilerwarnung

Reviews müssen ja immer mit einer kurzen Inhaltsangabe starten, das habe ich im Deutschunterricht so gelernt. Bei Stranger Things kommt ein Kind abhanden, kurz darauf taucht ein weiteres Kind auf, natürlich gibt es eine geheime Organisation mit Männern in Anzügen, die selbstverständlich mit dem CIA verbandelt ist und zu guter letzt gibt es ein Monster, dass ab und zu auftaucht. Die drei Fragezeichen und ein besoffener Polizist versuchen nun mit Hilfe der geheimen Kräfte des aufgetauchten Kindes das verschwundene Kind zu finden.

Fangen wir vielleicht mal mit den Dingen an, die ich wirklich gut fand, und an denen es auch nichts zu rütteln gibt.

Zu allererst möchte ich die Schauspieler loben, alle miteinander. Vor allem die Kinder waren alle unglaublich gut, keine Ahnung, wann ich zum letzten Mal in einer Serie einen so gut abgestimmten Kinder-Cast sah.

Des Weiteren war die Musik tippi toppi. Das Haupttheme wird mir sicher noch etwas im Kopf bleiben und auch die restlichen 80er Jahre-Songs die so liefen waren gut gewählt. Es gibt sogar eine Spotify-Playlist dazu! Ein Soundtrack, in dem Africa von Toto vorkommt, kann ja auch gar nicht schlecht sein.

Von diesen beiden Highlights abgesehen war vieles andere natürlich auch toll. Wenn nicht gerade ein sehr schlecht gerendertes Monster im Bild war sah alles toll aus und allgemein kann man der Serie sicherlich technisch keinen Vorwurf machen.

(Außerdem gibt es wohl recht viele Referenzen zu alten Filmen/Serien, etc, davon habe ich nichts erkannt, weil ich echt der schlechteste Referenzen-Erkenner bin, aber ich erkenne an, dass sie da waren und sobald ich mal ein “Alle Referenzen in Stranger Things erklärt”-Video auf Youtube gesehen habe, freue ich mich sicher auch noch einmal darüber!)

Aber,

Ja, jetzt beginnt der etwas negativere Teil!

Es hat mich einfach nicht richtig gehooked. Jetzt könnte man sich fragen, warum ich es trotzdem fertig geschaut habe, und ich werde antworten “Weil ich sonst nichts zu tun hatte und es nur acht Folgen waren und es war ja auch nicht super schlimm”.

Ich glaube, es lag vor allem an folgenden Punkten, für die die Serie nur teilweise etwas kann:

1) Mich nervt das Amerika-In-den–80ern-Setting. In letzter Zeit habe ich einfach zu viel davon gesehen. Fargo, 11–22–63 (ja, das waren, obviously, die Sechziger…)

2) Ich finde so Horror-Monster-Geschichten nicht so interessant. Ja, soviel Monster war auch gar nicht, aber dafür eine andere Sache, nämlich eine andere Dimension, die auf obskure Arten besucht werden kann. Find ich auch nicht so geil, ich bin irgendwie eher der Zeitreisentyp.

3) Die Geschichte war an mir an vielen Stellen zu vorhersehbar… bzw. zu gradlinig. Vielleicht ist das aber ein Nebenprodukt des Bingewatchens. Alles verschwimmt so zu einer langen Masse, vielleicht habe ich den ein oder anderen Story-Twist ja komplett vergessen. Kann mich insgesamt aber nicht an viele Momente erinnern, die total unerwartet kamen.

4) Teilweise war es mir zu… cheesy. Vor allem in den letzten beiden Folgen. Wie Nancy und Jonathan sich da Waffen zusammen-MacGyvern um das Monster zu fangen. Oder die Drei Fragezeichen, die immer ihren supernetten Lehrer irgendwas obskures Fragen und am Ende mitten in der Schule einen kleinen Floating-Pool aufbauen, hä. Sind wir hier in einer Folge Buffy? (Lustigerweise fand ich sowas bei Buffy völlig in Ordnung. Stranger Things habe ich irgendwie ernster eingeschätzt)

5) Ebenfalls eventuell durchs Bingewatchen: Vom Gefühl her hätte die gesamte Story auch in einen 2-stündigen Kinofilm gepasst, ohne, dass man groß etwas hätte weglassen müssen.

6) Nachdem die Serie vorbei war hatte ich zwar ein paar offene Fragen (Warum findet Barbara keinerlei Erwähnung mehr? Wer kürzt bitte Barbara mit “Barb” ab? Warum ist Nancy am Ende immer noch mit dieser Schmalzlocke Steven zusammen, statt mit Jonathan? Immerhin haben sie zusammen das Monster fast erledigt!), aber eigentlich kein Interesse daran YouTube aufzuschlagen und Interpretations und Fragenklärungs-Videos zu schauen. Auch bin ich wenig gehyped auf eine eventuelle zweite Staffel. Diese andere Dimension ist mir ziemlich egal.

Stranger Things fühlte sich für mich an wie eine Mischung aus… Buffy (Monster und Teeny-Drama zwischendurch), einer Episode der Drei Fragezeichen (die drei Jungs sind soo cool!) und Fargo an. Das klingt ja erstmal gar nicht schlecht, denn ich mag die drei Sachen gerne, umgesetzt konnte es mich aber nicht restlos begeistern.

Stranger Things auf imdb.com
Wertung: ★️★️★️☆☆

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