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So was von da

Unsere Geschichte startet heute in am 11. Januar im Interface der Spotify-App. Ab und zu schaue ich mal in die Seitenleiste, in der man sieht, welche Musik meine Freunde gerade hören. Obwohl ich meinen Spotify-Account irgendwann von Facebook löste, wurden meine Freunde wohl übernommen und so folge ich noch ganz schön vielen Leuten!

An diesem schönen Tage hörte eine ehemalige Arbeitskollegin “Ich träume vom Träumen” von “Husten”. Der Name der Band klang lustig, also hörte ich mal rein. Der Song gefiel mir direkt gut, so auch einige andere, so hörte ich ein paar Tage vor mich hin und googelte irgendwann mal nach Husten. Normalerweise google ich ja nicht nach Krankheiten, da wird man ja nur verrückt, aber hier machte ich mal eine Ausnahme.

Ich fand den Artikel vom diffus Magazin, der kurz auf die Geschichte der Band eingeht.

Die Geschichte der Band Husten beginnt eigentlich bei einem Film oder vielmehr bei einem Buch. Es gab vage Pläne, „So was von da“ von Tino Hanekamp zu verfilmen, Musikproduzent Moses Schneider, der bereits mit prestigeträchtigen Bands wie Tocotronic und Beatsteaks gearbeitet hat, wollte sich dem Soundtrack annehmen und rekrutierte dafür Der Dünne Mann, seines Zeichens Mitglied der (inzwischen inaktiven) Berliner Band Viktoriapark. Aus dem Film wurde dann letztendlich nichts, aber die beiden Musiker waren eben schon am werkeln und beschlossen kurzer Hand, Sänger und Liedermacher Gisbert zu Knyphausen als dritten im unwahrscheinlichen Bunde aufzunehmen – Husten war geboren.

Da klingelten bei mir mehrere Glocken. Erstmal: Gisbert. Ja, mir kam die Stimme bekannt vor, doch kam ich da von alleine nicht drauf. Zum Anderen: “So was von da”. Das Buch von Tino Hanekamp las ich Anfang 2017 und befand es für sehr gut. Als ich es fertig gelesen hatte, hatte ich auch kurz darauf von den Plänen für einen Film gelesen und mich drauf gefreut, und mich sogar für einen Newsletter angemeldet.

Der Film war nun also fertig? Und Husten spielt mit? Noch mehr keimte in mir der Wunsch, den Film sofort zu sehen. werstreamt.es konnte mir zum Glück schnell verraten, dass Netflix den Film, der anscheinend schon 2018 raus kam, also vor vier Jahren, im Angebot hat.


Ich schaute mir den Film nun an zwei Abenden an, bereits nach der der ersten Hälfte merkte ich, dass da keine Spur war von Gisbert und ich las nochmal den diffus-Artikel. Dort steht direkt oben im Teaser, den ich beim ersten Mal überlesen haben muss:

So oder so ähnlich war das bei der Band Husten – die eigentlich mal einen Soundtrack machen wollte, für einen Film, der letztendlich nie erschien.

Aha. Die Band Husten hat sich also geformt um den Soundtrack für den Film beizusteuern, der aber anscheinend ein anderer Versuch war, das Buch zu Verfilmen, die aber am Ende nicht zu Stande kam. Schade. Kurios, dass es trotzdem eine Adaption gibt, die fertig geworden ist und das alles in etwa der gleichen Zeit. Wenn jemand mehr zu dem ganzen Hin und Her weiß, sagt bescheid, finde das spannend.


Zum Film: Ich freute mich sehr darüber. Er richtet sich grob nach den Geschehnissen im Buch und ist ähnlich verrückt und leicht durcheinander im zeitlichen Ablauf. Laut cinetastic.de wurden die Club-Szenen an vier Abenden mit “echten Partygästen” gedreht und von den Schauspielern weitgehend improvisiert — und das merkt man, wie ich finde. Und das meine ich so positiv, wie nur möglich. Die ganze Stimmung ist richtig gut und alles wirkt irgendwie frei, fluffig, ungeplant.

Ich war nie jemand, der in Clubs war, wo Leute tanzten. Selbst in meiner Zeit als regelmäßiger Genießer alkoholischer Getränke war ich immer nur in Bars und maximal einmal im Übel & Gefährlich, wo Leute zu furchtbarer Musik tanzten, stand da aber auch nur auf dem Balkon — und doch gab mir der Film irgendwie ein spaßiges Nostalgie-Gefühl.

Große Teile des Films sind sehr dunkel oder blinken wild, es geht viel hin und her, alle rauchen ständig oder konsumieren mehr Drogen, als man an einem Abend einnehmen sollte, denke ich, kenne mich damit nicht aus, aber irgendwie ist es halt wie im Buch und ich empfand es einfach als eine sehr kurzweilige, wilde Reise. Die Gastauftritte von Kalle Schwensen und Bela B trugen auch nur positiv dazu bei.

Top Film, danke an Steffi, dass sie Anfang Januar Husten hörte, sonst hätte ich es wahrscheinlich noch einmal zehn Jahre nicht mitbekommen.

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